Immer mehr Wolkenkratzer werden grün

    Ansichtssache2. Jänner 2017, 08:00
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    Vertikale Gärten an den Fassaden von Hochhäusern gibt es mittlerweile von Mailand bis Taipeh – bisher vorrangig auf spektakulären Visualisierungen

    Vertikale Gärten an den Fassaden von Hochhäusern gibt es mittlerweile von Mailand bis Taipeh – und noch viel öfter auf den spektakulären Visualisierungen von Architekten.

    visualisierung: vincent callebaut architects

    In Taipeh nimmt gerade ein sehr ungewöhnliches Bauprojekt langsam Form an: Es ist der Wolkenkratzer "Agora Garden", der sich in Form einer DNA-Doppelhelix in den Himmel schraubt. Der Effekt der ungewöhnlichen Form: So entsteht mehr Oberfläche. Platz also für Gärten mit insgesamt 23.000 Pflanzen, die nicht nur Schadstoffe aus der Luft filtern, sondern den Bewohnern auch Obst und Gemüse liefern sollen. Zur Bewässerung der Pflanzen soll Regenwasser verwendet werden.

    Der 22 Stockwerke hohe Turm soll Luxuswohnungen beherbergen. Die Fertigstellung ist für 2017 geplant.

    Der "Agora Garden" ist nicht das erste grüne Projekt von Vincent Callebaut. Der belgische Architekt hat auch mit seinen Visionen für das Paris des Jahres 2050 für Aufsehen gesorgt: In Callebauts Konzept stehen bis 2050 grüne Wohntürme in Paris, die Energie und Lebensmittel für die Bewohner produzieren.

    Im Bild: links eine Aufnahme von der Baustelle, rechts die Visualisierung des Architekten

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    visualisierung: mad architects

    Gedanken zur Zukunft der Stadt machen sich auch andere: Das chinesische Architekturbüro MAD Architects entwickelte letztes Jahr das Projekt "Cloud Corridor" für eine Ausstellung in Los Angeles.

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    visualisierung: mad architects

    Die Architekten erdachten eine mögliche Zukunft des Wohnbaus in Los Angeles in Form eines vertikalen Dorfes, das aus neun miteinander verbundenen 167 Meter hohen Wohntürmen besteht – inklusive Gärten und öffentlicher Plätze in luftigen Höhen.

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    foto: reuters

    Das Projekt "Bosco Verticale" von Architekt Stefano Boeri in Mailand ist schon seit 2014 Realität – der Hintergrund war für Boeri aber ein ähnlicher, wie für die zuvor genannten Architekten: Mit den Türmen soll der Zersiedelung Einhalt geboten werden und gleichzeitig die Natur zurück in den urbanen Raum gebracht werden.

    Entstanden sind 110 bzw. 76 Meter hohe Zwillingstürme mit insgesamt 900 Bäumen und 2000 weiteren Pflanzen, die in Betonwannen wachsen. Um das Gießen müssen sich die Bewohner übrigens nicht selbst kümmern. Dafür gibt es ein Bewässerungssystem sowie schwindelfreie Gärtner, die sich zur Pflanzenpflege auch einmal vom Dach abseilen müssen. (zof, 2.1.2017)

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