Reflektor-Brille soll vor Gesichtserkennung schützen

    2. Dezember 2016, 18:44
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    Rahmen der "Reflectacles" wirft Licht zurück und blendet Kameras

    Die zunehmende Überwachung des öffentlichen Raumes mit Kameras sorgt schon länger für Besorgnis bei Datenschützern. Manche Kritiker dieser Entwicklung haben sich auch schon an Lösungen versucht, mit denen ein automatisierter Datenbankabgleich des eigenen Gesichts erschwert werden soll. Forscher fanden etwa heraus, dass eine Brille mit bunten, dicken Rahmen entsprechende Systeme in die Irre führen kann.

    Einen Schritt weiter geht Scott Urban, Macher der "Reflectacles". Er will mit seiner Erfindung schon die Aufnahme an sich verhindern. Und zwar mit einer Reflektor-Brille, für die er nun Geld auf dem Crowdfunding-Portal Kickstarter sammelt.

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    Die Reflectables bestehen laut Beschreibung aus einer Konstruktion aus hochwertigem Kunststoff mit Drahtkern. Eingearbeitet wird ein reflektierendes Material, das Licht besser zurückwerfen soll, als übliche Reflektoren für Jacke oder Fahrradspeichen. Zur Auswahl stehen sieben verschiedene Farben, die als "Originals" bezeichneten Modelle werfen sichtbares Licht zurück. Eine weitere Ausgabe, genannt "Ghost" reflektiert auch infrarotes Licht.

    Das Prinzip ist einfach: Je direkter eine Kamera auf das Gesicht gerichtet ist, desto stärker wirkt sich die Reflexion aus. Der Blendeffekt überstrahlt schließlich, zumindest teilweise, das Gesicht des Trägers, wie auch ein Testvideo zeigt. Da die Brille selbst keine Lichtquelle ist, erfolgt dadurch keine Behinderung der eigenen Sicht.

    reflectacles

    Finanzierung per Kickstarter

    "Man kann mit der Reflektor-Brille auffallen und trotzdem anonym bleiben", bewirbt Urban seine Erfindung. Der Rahmen sei außerdem so gestaltet, dass es auch möglich sei, in einem Fachgeschäft optische Gläser dafür anfertigen und einstecken zu lassen.

    Er will nun zumindest 28.000 Dollar einsammeln, die für die erste Produktion erforderlich sein sollen. In technischer Hinsicht ist die Brille fertig, auch Fertiger, Materialien und Zulieferer sind ausgesucht. Nach dem Ende des Kickstarters am 31. Dezember sollen zwischen Jänner und Juni Produktion und Qualitätstests erfolgen. Mit der Auslieferung der ersten Reflectacles an Unterstützer soll im Juni gestartet werden.

    foto: scott urban

    Ab 89 Euro

    Ganz günstig ist das eigenwillige Anonymisierungs-Wearable allerdings nicht. Wer sich für die Basis-Version entscheidet, muss 95 Dollar (derzeit rund 89 Euro) investieren. Für das "Ghost"-Modell sind es 125 Dollar (117 Euro), wobei jeweils auch noch Porto hinzukommt.

    Wie üblich gilt, dass ein Crowdfunding-Investment nicht mit einer Vorbestellung zu verwechseln ist du man als Beitragender das Risiko eingeht, die versprochene Belohnung nicht zu erhalten und um das Geld umzufallen, wenn das Projekt aus irgendeinem Grund scheitern sollte. (gpi, 02.12.2016)

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