Endgültiges Aus für die Salzburg Biennale

2. Dezember 2016, 13:30
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2009 gestartetes Festival für Neue Musik wird nicht fortgeführt – Freiwerdende Gelder sollen in neue Projekte zeitgenössischer Kunst fließen

Salzburg – Die Salzburg Biennale, ein erst 2009 begonnenes Festival für Neue Musik, gibt es nicht mehr. Die beiden Hauptgeldgeber – Stadt Salzburg und Altstadtverband – haben nun gemeinsam mit dem Vorstand und der Geschäftsführung des Festivals das Aus beschlossen. Unmittelbarer Auslöser war der Rücktritt von Siegfried Mauser wegen einer gerichtlichen Verurteilung in München.

Die Biennale geht auf eine Initiative des früheren kaufmännischen Leiters und Konzertdirektors der Salzburger Festspiele, Hans Landesmann, zurück. Das erste Festival stand auch unter seiner Leitung, ab 2011 übernahm diese Heike Hoffmann bis 2015. Das Festival stand wiederholt in der öffentlichen Kritik, weil jede Eintrittskarte mit bis zu 316 Euro (im Jahr 2013) subventioniert werden musste. 2017 sollte unter der künstlerischen Leitung von Siegfried Mauser eine neue künstlerische Konzeption eingebracht und im Verband mit dem neuen Vorstand umgesetzt werden. Doch Mauser, der auch Rektor des Mozarteums war, wurde heuer im Frühjahr wegen sexueller Nötigung einer Professorin in München zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Genug Angebot an Neuer Musik

Nach seinem Rücktritt entschloss man sich zunächst, die Biennale 2017 auszusetzen und einen Neustart für 2019 vorzubereiten. Doch nun beschlossen die Verantwortlichen in einer Klausurtagung, das Festival überhaupt nicht mehr weiterzuführen. Für die Beendigung seien mehrere Faktoren maßgeblich, hieß es am Freitag in einer Aussendung. So hätten sich in den letzten Jahren verschiedene Salzburger Initiativen im Bereich der Neuen Musik entwickelt, wodurch sich die Ausgangslage gegenüber 2009 entscheidend verändert habe. Dazu komme die zunehmend breitere Einbettung Neuer Musik in bereits bestehende Festivals. Das Ziel, bestehende Initiativen und Formate zu stärken und Projekte in das ganzjährige Kulturangebot einzubetten, erfordere eine grundsätzliche Neuüberlegung.

"Dieser Schritt ist uns allen nicht leicht gefallen. Wir müssen aber zur Kenntnis nehmen, dass das Konzept für die Salzburg Biennale unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht mehr tragfähig ist", sagte Kulturressortchef Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ). Die Stadt Salzburg und der Altstadtverband, die pro Festival – also in zwei Jahren – jeweils 300.000 Euro für die Biennale aufgebracht haben, wollen dieses Geld aber nicht einfach einsparen. Vielmehr sollen die freiwerdenden finanziellen Mittel in Initiativen und neue Projekte zeitgenössischer Kunst eingebracht werden. Die städtische Kulturabteilung soll im ersten Quartal 2017 ein Konzept dazu entwickeln.

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