Fast 2.000 irakische Sicherheitskräfte in einem Monat getötet

1. Dezember 2016, 21:01
6 Postings

Auch viele Zivilisten Opfer der erbitterten Kämpfe um Mossul

Bagdad – Bei den heftigen Kämpfen im Irak sind im vergangenen Monat knapp 2.000 Sicherheitskräfte und mit ihnen verbündete Kämpfer getötet worden. Auch seien landesweit mehr als 900 Zivilisten bei Gefechten oder Terrorakten ums Leben gekommen, teilte am Donnerstag die UN-Mission in Bagdad mit.

Dies sei ein dramatischer Anstieg, der vor allem auf die erbitterten Gefechte um die Stadt Mosul zurückzuführen sei.

Mosul ist die Hochburg der Jihadistenorganisation "Islamischer Staat" (IS) im Irak. Vor sieben Wochen hatten Regierungstruppen und mit ihnen verbündete Kämpfer eine Offensive zur Rückeroberung der Stadt im Norden des Landes gestartet.

Bei der Verteidigung ihrer Hochburg greifen die IS-Kämpfer nach Angaben des UN-Gesandten im Irak, Jan Kubis, zu "teuflischsten Praktiken". Sie schössen aus Häusern von Zivilisten heraus und missbrauchten Zivilisten "als menschliche Schutzschilde".

Unter den im November getöteten 1959 Sicherheitskräften waren nach UN-Angaben irakische Soldaten und Polizisten sowie kurdische Peshmerga und Sonderkräfte des irakischen Innenministeriums. Ein Sprecher der Peshmerga sagte am Donnerstag, seit Juni 2014 seien insgesamt etwa 1.600 kurdische Kämpfer getötet und fast 10.000 verletzt worden.

Erst am Mittwoch hatte die UNO gewarnt, dass in Mosul bis zu 500.000 Menschen von einem "katastrophalen" Trinkwassermangel betroffen sind. Die Bürger der umkämpften Stadt hätten ohnehin schon zu kämpfen, um ihre Ernährung sicherzustellen, erklärte die UN-Koordinatorin für humanitäre Hilfe im Irak, Lise Grande. Nun hätten sie "keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser mehr". (APA, 1.12.2016)

Share if you care.