Seilbahnen: "Schneesituation ist gleich geblieben"

1. Dezember 2016, 17:46
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Branche hält Schneereduktion für völlig falsch

Wien – Der Skisport in Österreich sei durch das Klima nicht gefährdet. Mit dieser Botschaft will der Fachverband der Seilbahnen Befürchtungen entgegentreten. "Die Schneesituation ist gleich geblieben" – und das seit hundert Jahren, betonte Verbandsobmann Franz Hörl in einem Pressegespräch am Donnerstag. "Das verkündete Ende des Skisports ist reiner Populismus", ergänzte Skitourismusforscher Günther Aigner.

Der Verband reagiert damit auf eine Studie des Schweizer Instituts für Schnee- und Lawinenforschung. Diese stellte einen durch den Klimawandel bedingten Rückgang der Schneebedeckung in den Schweizer Alpen fest. Die Ergebnisse hält Hörl für "völlig falsch". Die schneereichen 1970er Jahre als Ausgangspunkt zu nehmen, würde das Ergebnis der Studie verzerren.

Aber nicht nur diese Studie sei übertrieben, auch Teilergebnisse einer Weltklimarats-Studie seien "eine Frechheit", argumentiert Christian Zenkl, selbstständiger Meteorologe und Gastronom in Tirol: "Bis heute ist kein auffälliger, anthropogener Klimaeinfluss festzustellen." Der Verband unterlegt das mit Messwerten über Schneebedeckungen in Tirol und Vorarlberg. Bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik teilt man diese Meinung nicht: Die Schneedeckungen hätten sich in den vergangenen Jahren sehr wohl verändert, der Niederschlag jedoch kaum, heißt es auf Anfrage des STANDARD. In Höhen von 800 bis 1300 Metern gibt es heute bis zu zehn schneebedeckte Tage weniger im Jahr, in Niederungen bis zu 15 Tage weniger. Lediglich über 2000 Höhenmetern hätten sich die Werte kaum verändert. Dafür führten dort die hohen Temperaturen im Sommer zur Gletscherschmelze.

Für die heurige Wintersaison rechnen die Seilbahner jedenfalls mit Investitionen von 171 Millionen Euro für die Beschneiung der Pisten. 2011/2012 waren es knapp 70 Millionen weniger.

Die Kritik des Vereins für Konsumenteninformation an den Preissteigerungen für Tagesskikarten hält man für übertrieben: Die gestiegenen Preise seien inflationsangepasst und aufgrund höheren Komforts gerechtfertigt. Einkommensschwache Familien könnten ohnehin auf kleinere Skigebiete ausweichen, statt in Luxusgebieten zu urlauben. (lauf, 2.12.2016)

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