Sieben Jahre Haft für 16-Jährigen nach Mord im Lehener Park

1. Dezember 2016, 18:24
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Der junge Afghane soll bei einem bewaffneten Streit zweier Gruppen in Salzburg einen 50-jährigen Türken erstochen haben

Salzburg – Der seit sieben Monaten laufende Prozess um den bewaffnete Kampf zweier verfeindeter Gruppen im Lehener Park ist am Donnerstag am Salzburger Landesgericht zu Ende gegangen. Ein 50-jähriger Türke war an den schweren Verletzungen gestorben, die er bei dem Streit erlitten hatte. Der 16-jährige Afghane, der ihm ein Messer in den Rücken gestochen haben soll, wurde nun wegen Mordes und schwerer Körperverletzung zu sieben Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Jugendliche beteuerte im Verfahren, er habe nur einen anderen verteidigen wollen, der von dem Mann attackiert worden sei. Laut Anklage soll der Bursch die Tötung des 50-Jährigen allerdings in Kauf genommen haben.

Die sieben weiteren angeklagten jungen Afghanen erhielten wegen schwerer Körperverletzung Strafen von 15 Monaten teilbedingt bis zu vier Jahren unbedingt. Die vier beteiligten Türken wurden bereits im Juni nicht rechtskräftig wegen Raufhandels zu bedingten Strafen zwischen drei und sechs Monaten verurteilt.

Zur Vorgeschichte: Am 22. September 2015 hatten sich die jungen Afghanen mit den Türken im Lehener Park verabredet. Dort gingen sie dann mit Messer, Glasflaschen, Holzprügel und einem zerstörten Plakatständer aufeinander los. Die zahlenmäßig unterlegenen Türken zogen sich zurück, wobei der 50-Jährige stürzte. Er wurde von vier Afghanen eingeholt, die laut Anklage massivst auf ihn einschlugen, wobei der 16-Jährige ihm das Messer in den Rücken stach. Die restlichen Türken konnten den Verletzten ins Auto zerren und ins Krankenhaus bringen, wo seinen Verletzungen erlag.

Der Prozess begann bereits im Mai. Seither gab es 23 Verhandlungstage, mehr als 60 Zeugen wurden geladen und alles von Dolmetschern übersetzt. Inzwischen ist der Lehener Park zu einer Polizeischutzzone geworden, wo die Polizei regelmäßig patrouilliert und auch Platzverbote aussprechen kann. (Stefanie Ruep, APA, 1.2.2016)

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