Wie Nordkorea mit Monumentalstatuen Millionen verdient

Ansichtssache1. Dezember 2016, 21:11
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Der UN-Sicherheitsrat hat am Mittwoch wegen Nordkoreas Atomtests neue Sanktionen gegen das Land verhängt. Neben einer Beschränkung der Kohleexporte, die Nordkorea einen Großteil seiner Deviseneinnahmen bringen, ist nun auch der Export von Statuen untersagt.

Die Kim-Dynastie verdient seit Anfang der 1980er-Jahre gut am Verkauf übergroßer Bronzefiguren, die von der Exportabteilung des "Mansudae Art Studio" in der Hauptstadt Pjöngjang entworfen und gefertigt werden. Etwa 4.000 Mitarbeiter sind bei dem 1959 gegründeten Unternehmen damit beschäftigt, Propagandaposter, Wandgemälde, Fahnen und Standbilder für den In- und Auslandsmarkt herzustellen.

Marktlücke ausgenützt

Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion werden in Russland keine monumentalen Bronzestatuen mehr gegossen, auch China hat aufgehört, solche Monumente herzustellen. Die Nordkoreaner haben es geschafft, diese Marktlücke zu füllen: Besonders in afrikanischen Staaten sind die Denkmäler beliebt.

So finden sich Monumente aus nordkoreanischer Fertigung in Angola, Benin, dem Tschad, der Demokratischen Republik Kongo, Äquatorialguinea, Äthiopien, Namibia und Togo. In Simbabwe berichten laut BBC lokale Medien, dass für den Fall des Todes von Robert Mugabe zwei riesige Standbilder des Langzeitherrschers bereitliegen.

Der Standbildexport läuft allerdings nicht immer probemlos: Kunden wie der Senegal konnten nur mit Grundstücken bezahlen, und Senegals damaliger Präsident Abdoulaye Wade verlangte Nachbesserungen am "Monument der afrikanischen Wiedergeburt", weil die Figuren seiner Meinung nach nicht afrikanisch genug aussahen. (bed, 1.12.2016)

foto: ap/schalk van zuydam

Mzee Laurent-Désiré Kabila in Kinshasa, D. R. Kongo.

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foto: reuters/amr abdallah dalsh

Denkmal des unbekannten Soldaten, Bata, Äquatorialguinea.

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foto: apa/epa/nic bothma

Das "Monument der afrikanischen Wiedergeburt" in Dakar, Senegal, musste nachgebessert werden ...

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foto: apa/epa/nic bothma

... weil die Figuren nicht afrikanisch genug aussahen.

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foto: ap/christopher torchia

Die Statue des ehemaligen Präsidenten Samora Machel in Mosambik wurde 2011 fertiggestellt.

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foto: reuters/kcna

Der Hauptabsatzmarkt für Mansudae-Produkte befindet sich im Inland.

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foto: apa/epa

Ein Blick in die Mansudae-Werkstätten.

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foto: apa/epa/kcna
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