Test: Mineralölrückstände in drei von 15 Schokoladen-Nikolos

1. Dezember 2016, 13:44
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Konsumentenschützer haben Schoko-Nikolos untersucht und Mineralölrückstände gefunden. Die Lebensmittelindustrie wehrt sich und bescheinigt bedenkenlosen Genuss

Die meisten Eltern es: Ohne Schokoladen-Nikolo gibt es am 6. Dezember keine glücklichen Kindergesichter. Aus gegebenem Anlass hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) 15 Nikoläuse aus Milchschokolade untersucht. Das Ergebnis: Ähnlich wie schon beim Test von Bitterschokolade in der letzen Ausgabe des Magazins Konsument, sind auch nicht alle Schoko-Nikolos frei von Mineralölrückständen.

In drei Produkten wurden aromatische Kohlenwasserstoffe (MOAH) festgestellt. Diese drei (Hauswirth Nikolo, Favorina Weihnachtsmann, Douceur Weihnachtsmischbeutel) sowie ein weiteres Produkt (Witte Schokolade Nikolo) fielen ebenfalls durch ihren Gehalt an gesättigten Kohlenwasserstoffen (MOSH) auf.

"Wie diese Mineralölrückstände in die Schokolade kommen, lässt sich anhand der Testergebnisse nicht feststellen", erklärt VKI-Ernährungswissenschaftlerin Nina Siegenthaler. "Solche Rückstände können aber auf verschiedenen Wegen in die Lebensmittel gelangen: etwa durch Druckfarben aus recycelten Altpapierverpackungen, durch Schmieröle aus Produktionsanlagen oder auch durch Abgase von Erntemaschinen. Sicher ist jedenfalls: Diese Stoffe haben in Lebensmitteln nichts verloren."

Qualität ist nicht teuer

Auf der positiven Seite vermerkt der VKI: Tadellose Schokoladen-Nikolos gibt es schon um wenig Geld. Qualität ist hier keine Preisfrage. "Gut" getestete Produkte gibt es ab 50 Cent für 100 Gramm.

Bei solchen – teilweise bedenklichen – Testergebnissen, lassen Stellungnahmen der Lebensmittelindustrie nicht lange auf sich warten. "Unerwünschte Stoffe in Lebensmitteln werden laufend minimiert. Das gilt auch für sogenannte Mineralöl-Rückstände, die fallweise etwa in Schokolade vorkommen können", erklärt Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Lebensmittelindustrie, zu den Berichten von VKI und Arbeiterkammer Oberösterreich.

"Da brauchen wir noch ein Stück mehr Forschung und eine enge Zusammenarbeit zwischen Medien-, Verpackungs- und Lebensmittelwirtschaft, um diese Stoffe weiter zu minimieren", so Koßdorff. Was die jüngst vom VKI getesteten Produkte anbelangt, so zeige sich aber: "Schoko-Nikolos können bedenkenlos genossen werden. Sie sind sicher." Sowohl beim deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) als auch bei der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sehe man durch fallweise enthaltene Rückstände in Schokoladewaren bei üblichen Verzehrgewohnheiten kein Risiko, für die bei Kindern besonders beliebten Schoko-Nikolos habe man dort Entwarnung gegeben. (red, 1.12.2016)

  • Tadellose Schokoladen-Nikolos gibt es übrigens auch schon um wenig Geld.
    foto: dpa/kay nietfeld

    Tadellose Schokoladen-Nikolos gibt es übrigens auch schon um wenig Geld.

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