Allianz-Studie: Österreicher sparen sich weiter arm

1. Dezember 2016, 12:57
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Seit 2012 ist das Geldvermögen zwar gestiegen, bei der Rendite muss sich Österreich im europäischen Vergleich aber mit dem letzten Platz begnügen

Wien – Die österreichischen Sparer konnten seit dem Jahr 2012 zwar mehr Geldvermögen auf die Seite legen, aufgrund des Niedrigzinsumfelds ist Österreich aber Schlusslicht bei der Rendite. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Allianz. "Österreichs private Haushalte setzen das Armsparen fort", sagt Martin Bruckner, Vorstandssprecher der Allianz Investmentbank, dazu.

Das Geldvermögen der Österreicher ist seit 2012 laut der Studie durchschnittlich um 2,9 Prozent pro Jahr gestiegen. Im europäischen Vergleich liegen die Finnen mit einem Wachstum von 6,7 Prozent ganz vorne. Noch vor Österreich liegen die Niederlande, Deutschland, Frankreich, Belgien, Italien und Spanien. Das Schlusslicht ist Portugal mit einem Zuwachs von 1,1 Prozent.

Schlusslicht bei Rendite

Bei der Rendite sieht die ganze Sache aber anders aus. Österreich verzeichnet hier die niedrigste reale Rendite der verglichenen Länder. Nominal pendelt sich Österreich bei jährlich 2,7 Prozent ein. Grund sei die traditionell konservative Anlagestrategie der Österreicher, heißt es in der Studie. Immer noch legen Sparer ihr Geld am liebsten auf das Sparbuch, Aktien hingegen liegen nur bei wenigen im Portfolio. Die höheren Renditen auf das Vermögen selbst in "Krisenländern" wie Spanien und Italien lassen sich auf einen höheren Veranlagungsgrad in Wertpapieren zurückführen.

Bereinigt man die Gesamtrendite um die Inflationsrate, wird es noch düsterer. Real liegt die Rendite dann nämlich nur mehr bei 1,0 Prozent. Damit ist Österreich Schlusslicht im europäischen Vergleich.

Weil sie dem Sparbuch den Vorzug geben, würden die Österreicher mehr als 1.000 Euro verschenken. Laut Berechnungen der Allianz könnte dieser Betrag pro Jahr eingenommen werden, wenn statt 50 Prozent nur 40 Prozent des Geldvermögens bei der Bank landen und die freigewordenen zehn Prozent jeweils zur Hälfte in Aktien und Investmentfonds veranlagt werden. (rom, 1.12.2016)

  • Der Österreicher liebster Geldaufbewahrungsort: das Sparbuch.
    foto: apa/gindl

    Der Österreicher liebster Geldaufbewahrungsort: das Sparbuch.

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