Salzburg lässt die Austria im Schnee stehen

30. November 2016, 22:38
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Die Bullen gewinnen in Wien 3:1 und schieben sich in der Tabelle auf Platz drei. Ein Martschinko-Eigentor brachte die Gäste auf Schiene

Wien – Es ist nicht so, dass im Spitzenspiel der 17. Bundesligarunde neunzig Minuten lang gar nichts passiert wäre. Da gab es bei Austria gegen Red Bull Salzburg vor nur 4.885 (viertausendachthundertfünfundachtzig!) Zusehern im Happel-Stadion zum Beispiel die 47. Minute. Salzburgs Samassekou schickte Berisha nicht auf die Reise, sondern in den Strafraum, Berisha brachte den Ball vermeintlich ungefährlich zur Mitte, doch Austrias Mittelfeldspieler Martschinko rutschte weg und drosch den Ball aus einer Entfernung von fünf Metern unhaltbar ins eigene Tor.

Es war auch nicht so, dass vorher gar nichts passiert wäre. Die Austria war von Trainer Thorsten Fink recht gut eingestellt worden, Salzburg tat sich zumindest eine geraume Zeitlang relativ schwer. So hatte die erste Spielhälfte kaum Höhepunkte zu bieten, die beste Chance hüben vergab Friesenbichler, der per Kopf an Salzburg-Goalie Walke scheiterte (19.), die beste Chance drüben vergab Miranda, dessen Kopfball knapp das Austria-Tor verfehlte (21.).

Und natürlich ist auch nach dem Salzburger Führungstor noch etwas passiert. Binnen zehn Minuten hätten die Gäste höher führen können bis müssen. Doch Berisha, der völlig freistehend weit über das Tor schoss (50.), Dabbur, dessen Schuss zu schwach ausfiel (56.), und neuerlich Berisha, der die Stange traf (57.), vergaben ausgezeichnete Möglichkeiten. Gerächt hat sich das nicht wirklich, weil in der 64. Minute etwas passiert ist, nämlich das 2:0 für Salzburg, Laimer erzielte es nach Doppelpass mit Lazaro.

Unbeantwortete Frage

Schon sah es so aus, als würde aus Austria-Sicht außer einem Böllerschuss gar nichts passieren. "Wieso gibt es immer wieder Idioten, die der Austria schaden", die Frage des Stadionsprechers blieb unbeantwortet. Doch da gab es noch die 70. Minute, in der Salzburg-Goalie Walke bei einem Corner gegen Windbichler patzte und Kayode den Ball zum 1:2 über die Linie drückte – aus Abseitsposition. Dass Minamino nach Lainer-Assist zum 3:1 (86.) traf, war so gesehen und insgesamt gerecht. Im Prater ging der Schneeregen in Schneefall über. Ansonsten ist nichts mehr passiert. (red, 30.11.2016)

Bundesliga, 17. Runde, Mittwoch

Austria Wien – Red Bull Salzburg 1:3 (0:0)
Happel-Stadion, 4.885 Zuschauer, SR Schörgenhofer

Torfolge:
0:1 (47.) Martschinko (Eigentor)
0:2 (64.) Laimer
1:2 (70.) Kayode
1:3 (86.) Minamino

Austria: Hadzikic – Larsen, Rotpuller, Filipovic (69. Windbichler), Martschinko (85. Tajouri) – Serbest, Holzhauser, Prokop (62. Venuto), Grünwald – Friesenbichler, Kayode

Salzburg: Walke – Lainer, Upamecano, Miranda, Ulmer – Lazaro, Laimer, Samassekou (74. Radosevic), Berisha – Gulbrandsen (18. Hwang), Dabbur (65. Minamino)

Gelbe Karten: Filipovic, Serbest, Friesenbichler, Holzhauser, Windbichler bzw. Samassekou, Dabbur, Laimer

Stimmen

Thorsten Fink (Austria-Trainer): "In der ersten Halbzeit war es recht ausgeglichen, insgesamt kein schönes Spiel. Aber wir wollten das Spiel des Gegners zerstören und das Zentrum dicht machen. In der zweiten Halbzeit haben wir aber das schnelle 0:1 kassiert und am Ende verdient verloren. Salzburg hatte Chancen, hätte es schon früher entscheiden können. Wir mussten dann aufmachen, es ist schwierig gegen einen solchen Gegner. Heute waren sie einfach besser."

Oscar Garcia (Salzburg-Trainer): "Es ist nie leicht, gegen die Austria zu spielen. Sie überlegen sich immer wieder etwas anderes gegen uns. Wir haben uns dem Spiel ganz gut angepasst, sind gut ins Spiel gekommen. Wir hatten wieder Probleme mit der Chancenverwertung, deshalb haben wir zehn Minuten gelitten. Aber wir haben verdient gewonnen gegen einen sehr guten Gegner. Wir haben immer auf einem hohen Niveau gespielt in den letzten Wochen. Aber wir wissen, es gibt Dinge, die wir verbessern müssen."

  • Salzburg hat sich bewährt.
    foto: apa/punz

    Salzburg hat sich bewährt.

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