US-Behörden: Ohio-Attentäter ohne direkte Verbindung zum IS

30. November 2016, 22:02
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Jihadisten-Miliz reklamierte Angriff für sich

Washington – Der Attentäter, der an einer Universität im US-Bundesstaat Ohio um sich gestochen hat, hatte nach vorläufigen Erkenntnissen der Ermittler keine direkten Verbindungen zu extremistisch-islamistischen Organisationen. Nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen habe sich der Täter "selbst radikalisiert", sagte US-Heimatschutzminister Jeh Johnson am Mittwoch in Washington.

Die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) hatte die Tat, bei der elf Menschen verletzt wurden, nach Angaben einer US-Website für sich reklamiert. Der Angriff sei von einem "IS-Soldaten" verübt worden, schrieb die IS-nahe Agentur Amaq nach Angaben des auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisierten US-Unternehmens Site.

Der aus Somalia stammende Täter namens Abdul Razak Ali Artan war am Montag auf dem Campus der Ohio State University in der Stadt Columbus erst mit einem Auto in eine Menschenmenge gerast und hatte dann mit einem Schlachtermesser auf Passanten eingestochen. Keiner der elf Verletzten war in Lebensgefahr.

Einem Bericht des TV-Senders ABC News zufolge soll Artan wenige Minuten vor seiner Tat im Internet-Netzwerk Facebook geschrieben haben: "Amerika! Höre endlich auf mit Deiner Einmischung in anderen Ländern, vor allem in den Ländern der Umma." Das arabische Wort "Umma" bezeichnet die Gemeinschaft der Muslime.

Laut Johnson hatte Artan keinen Kontakt zum IS oder anderen extremistischen Organisationen. Der Täter sei von dem früheren Rekruter des Terrornetzwerks Al-Kaida, Anwar al-Aulaki, und vom IS "inspiriert" worden, sagte eine Agentin der Bundespolizei FBI, Angela Byers, bei einer Pressekonferenz in Ohio.

Nach Angaben ihres FBI-Kollegen wanderte Artan über Pakistan in die USA ein. Nach Medienberichten kam Artan 2014 in die USA und studierte Logistikmanagement. Der designierte US-Präsident Donald Trump hatte bereits am Dienstag erklärt, der Mann hätte "niemals in unserem Land sein dürfen". (APA, 30.11.2016)

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