Intensive Landnutzung mäht Artenvielfalt auf Wiesen nieder

3. Dezember 2016, 13:03
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Unterschiede zwischen voneinander getrennten Lebensräumen gehen durch Landwirtschaft verloren

Wien – Eine starke Landnutzung dezimiert bei Graslandschaften nicht nur lokal die Artenvielfalt. Wie ein Forscherteam mit österreichischer Beteiligung nun herausfand, verringert sie auch die Unterschiede zwischen voneinander getrennten Lebensräumen. Vor allem spezialisierte und seltene Arten gehen dabei verloren.

Die Forscher um Martin Gossner von der Universität Jena (Deutschland), darunter Stephanie Socher von der Universität Salzburg und Swen Renner von der Universität für Bodenkultur Wien, haben bei diversen Grasländern Deutschlands untersucht, welche Auswirkungen die Intensität der Landnutzung auf das Vorkommen von 4.000 Arten von Lebewesen hat.

Je intensiver, umso schlimmer

Die Vielfalt der Pflanzen, Pilze, Bakterien, Würmer, Käfer, Fledermäuse und Vögel zwischen voneinander getrennten Lebensräumen (Beta-Diversität) nahm laut der in "Nature" erschienen Studie umso mehr ab, je intensiver die Wiesen genutzt wurden. Und zwar bei Bodenorganismen genau so wie bei oberirdischen Lebewesen. Die lokale Vielfalt (Alpha-Diversität) nahm hingegen nur über dem Boden ab, während sie im Erdreich gleich blieb.

Entscheidend für die Höhe der Verluste in der Beta-Diversität war vor allem, wie oft gemäht wurde, intensives Düngen zeigte sich weniger schlimm, so die Forscher. Laut der Studienergebnisse wäre es wichtig, die Graslandschaften möglichst extensiv zu bewirtschaften, um die Artenvielfalt nicht zu gefährden und für die Ökosysteme wichtige Arten von Lebewesen zu erhalten. (APA, red, 3.12.2016)

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