Val d'Isere: Norweger und Italiener dominieren

30. November 2016, 16:23
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Jansrud vor Fill, Kilde und Casse – Mayer als Sechster bester Österreicher

Val d'Isere – Nach einem Winter ohne obersten Podestplatz wollen Österreichs Abfahrer im alpinen Ski-Weltcup in der WM-Saison wieder auf die Siegerstraße zurückkehren. Das Rennen am Samstag (10.45 Uhr/live ORF eins) in Val d'Isere bietet dafür die erste von neun Chancen. Zu den Favoriten zählen die ÖSV-Läufer im Ersatzrennen für Beaver Creek aber nicht. Nicht zuletzt deshalb, weil es auch letzte Saison nur drei Podestplätze zu feiern gab.

Die beiden zweiten Plätze fuhr kurz vor Jahreswechsel in Santa Caterina sowie zweieinhalb Wochen danach in Wengen Hannes Reichelt heraus, mit dem vorerst im Kampf um den "Comeback"-Sieg aber wohl nicht zu rechnen ist. Denn nachdem der Salzburger am 17. September an der Lendenwirbelsäule operiert worden war, fasste er in Folge unweigerlich einen gehörigen Trainingsrückstand aus und muss sich erst wieder herantasten.

Reichelt Testpilot

Dass Reichelt am Mittwoch im ersten Training von Val d'Isere am Start gestanden ist – und das mit der Startnummer eins noch dazu als Testpilot – muss schon als erster Erfolg angesehen werden. Ein Platz außerhalb der Top 60 und 3,45 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit zeigen freilich, dass es der Super-G-Weltmeister langsam angeht. Qualifikationsdruck in Hinsicht auf die WM im Februar in St. Moritz hat Reichelt nicht, da er als Titelverteidiger sein Ticket fix hat.

Den einzigen dritten ÖSV-Platz in elf Abfahrten der vergangenen Saison ergatterte ebenfalls in Wengen Klaus Kröll. Für den mittlerweile wie Reichelt 36-Jährigen war das ein willkommenes Lebenszeichen, prompt fand er auch die Motivation für eine weitere Saison. Parallel absolvierte der Öblarner an der Bundes-Sportakademie Wien den Trainer-Grundkurs und die Ski-D-Trainer-Ausbildung. Beim ersten Abtasten am Mittwoch im französischen Ski-Ressort fehlten Kröll 2,85 Sekunden auf die Topmarke.

Hoffen auf Mayer und Kriechmayr

Größere Hoffnungsträger für die österreichischen Ski-Fans auf den ersten Sieg nach zwölf Rennen bzw. jenem von Hannes Reichelt am 7. März 2015 in Kvitfjell in der "Königsdisziplin" sind jedenfalls sicher die beiden, deren Mittwoch-Zeiten am nächsten an die 2:02,60 Minuten des norwegischen Leaders Kjetil Jansrud herangekommen sind. Olympiasieger Mayer wurde als bester der rot-weiß-roten Truppe mit einem Rückstand von 64/100 Sechster, Kriechmayr unmittelbar bzw. 11/100 dahinter Siebenter.

Beim "Kriterium des ersten Schnees" deutete viel darauf hin, dass die Dominatoren des vergangenen Winters wieder vorne mitmischen werden. Die Norweger hatten letzte Saison sechs Abfahrten gewonnen, belegten im ersten Trainings mit Jansrud und Aleksander Aamodt Kilde (+0,40) die Ränge eins und drei. Landsmann Aksel Lund Svindal verlor bei seinem Comeback nach Kreuzbandriss weniger als eine Sekunde (13.). Kugel-Titelverteidiger Peter Fill (ITA) wurde Zweiter (0,35). (APA, red, 30.11.2016)

Erstes Abfahrtstraining in Val d'Isere vom Mittwoch (83 gestartet, 82 klassiert):

1. Kjetil Jansrud (NOR) 2:02,60 Minuten
2. Peter Fill (ITA) 0,35 Sek. zurück
3. Aleksander Aamodt Kilde (NOR) +0,40
4. Mattia Casse (ITA) 0,52
5. Blaise Giezendanner (FRA) 0,55
6. Matthias Mayer 0,64
7. Vincent Kriechmayr (beide AUT) 0,75
8. Erik Guay (CAN) 0,79
9. Andreas Sander (GER) 0,87
10. Travis Ganong (USA) 0,88
Weiter:
13. Aksel Lund Svindal (NOR) 0,98
16. Patrick Schweiger 1,51
20. Daniel Dankmaier 1,74
26. Christian Walder 1,91
28. Otmar Striedinger 1,96
31. Romed Baumann 2,08
34. Klaus Kröll 2,25
35. Joachim Puchner 2,34
46. Max Franz 2,85
55. Georg Streitberger 3,18
61. Frederic Berthold 3,34
63. Hannes Reichelt 3,45
75. Marcel Hirscher (alle AUT) 6,57

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