Öffentlicher Dienst für WU-Absolventen wenig attraktiv

30. November 2016, 15:52
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Lediglich vier Prozent arbeiten in öffentlicher Verwaltung, elf Prozent in öffentlichen Unternehmen – Karrierechancen laut Absolventenbefragungen gut

Die Annahme, dass Absolventen der Wiener Wirtschaftsuniversität (WU) in erster Linie im öffentlichen Dienst arbeiten wollen, ist laut Rektorin Edeltraud Hanappi-Egger völlig veraltet. "Dieser Mythos hält sich hartnäckig in den Köpfen der Menschen, aber entspricht seit Jahrzehnten nicht den Tatsachen", so die Rektorin am Mittwoch bei einem Pressegespräch über die Karrierewege von WU-Absolventen.

Tatsächlich landen Untersuchungen des Vienna Career Panel Projects der WU zufolge schon seit den 1990ern nur vier bis fünf Prozent der Absolventen in der öffentlichen Verwaltung, dazu kommen noch rund elf bis zwölf Prozent in öffentlichen Unternehmen. Die überwiegende Mehrheit arbeitet hingegen in der Privatwirtschaft, 2010 waren es rund 71 Prozent. Über die Jahre zugenommen hat die Bedeutung von Non-Profit-Organisationen, 2010 waren mehr als sechs Prozent in diesem Bereich tätig.

Steigendes Interesse an Gründungen

Außerdem gebe es mittlerweile viele Studenten, die sich für die Gründung eines Start-ups interessieren. Hanappi-Egger sprach von einem Viertel der Absolventen, die sich den Weg in die Selbstständigkeit vorstellen können. Unterstützung bekommen diese im Gründungszentrum am Campus. Bei der klassischen Jobsuche unterstützt zudem das Career Center der Uni, über das jedes Jahr 2.000 Stellenanzeigen für WU-Absolventen veröffentlicht werden; auch eine eigene Karierremesse bietet es an.

Die Karrierechancen von WU-Absolventen sind laut Befragungen dieser Gruppe gut. Das liege auch daran, dass die Vielfalt an möglichen Berufsbildern groß sei, so Ursula Axmann, Geschäftsführerin des Career Centers der Uni. "Die WU gibt den Studierenden das Rüstzeug für Jobs, die es oft heute noch gar nicht gibt."

Große Branchenvielfalt

In Zahlen: Bachelor-Absolventen schicken laut Befragung nach Studienabschluss im Schnitt sechs Bewerbungsschreiben ab, erhalten daraufhin zwei Einladungen zu Gesprächen und ein Jobangebot. Bei Masterabsolventen sind es fünf Bewerbungsschreiben, die zu drei Bewerbungsgesprächen und zwei Jobangeboten führen. Die Suche nach einem Posten dauert für Masterabsolventen laut der WU-Erhebung weniger als zwei Monate.

Sowohl unter Bachelor- als auch Masterabsolventen arbeitet mehr als ein Viertel danach in internationalen Firmen. Die Branchen sind vielfältig, auch wenn noch immer der Großteil nach dem Bachelorabschluss in den Feldern Consulting, Finanz- und Rechnungswesen, Steuerberatungen, Marketing und Projektmanagement arbeitet. Nach dem Master sind es vor allem Finanz- und Rechnungswesen, Unternehmens- oder Rechtsberatungen, Management oder Marketing.

Das Career Center der WU hat nun versucht, exemplarisch die 80 gängigsten Berufsbilder – vom IT-Consultant bis zum wissenschaftlichen Mitarbeiter – zusammenzufassen. Herausgekommen ist ein Kompendium, in dem u.a. steht, mit welchen Menschen man im jeweiligen Job zu tun hat und wie viel Zeit man dabei für diverse Aufgabenbereiche (Telefonieren, Mails schreiben, Meetings, Selbstständiges Arbeiten) aufwendet. (APA)

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