Klagende Aktionäre verbuchten Etappensieg gegen Deutsche Telekom

30. November 2016, 11:44
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Streit zieht sich seit 16 Jahren

Mehr als 16 Jahre nach dem dritten Börsengang der Deutschen Telekom haben klagende Kleinaktionäre einen juristischen Etappensieg gegen den Bonner Konzern erzielt. Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt gab den rund 16.000 Klägern anhand einer Musterklage am Mittwoch grundsätzlich recht.

Bis zu einer endgültigen Entscheidung über möglichen Schadenersatz müssen sie sich aber voraussichtlich weiter gedulden, weil wahrscheinlich noch der Bundesgerichtshof (BGH) mit dem Fall beschäftigt wird. Die Deutsche Telekom kündigte bereits an, Rechtsmittel zu prüfen.

Schwerwiegende Fehler im Telekom-Verkaufsprospekt

Das Bundesgericht in Karlsruhe hatte schon in einem früheren Verfahren einen schwerwiegenden Fehler im Telekom-Verkaufsprospekt aus dem Jahr 2000 festgestellt. Das OLG Frankfurt musste nun anhand einer Musterklage klären, ob den Klägern Schadenersatz grundsätzlich zusteht. Dies muss dann aber in jedem Fall einzeln entschieden werden. Insgesamt geht es um rund 80 Mio. Euro.

Es sind ausschließlich Papiere aus dem dritten Telekom-Börsengang im Juni 2000 betroffen. Sie stammten aus dem Bestand der staatlichen KfW-Bank und wurden mit erheblichem Werbeaufwand zum Frühbucher-Preis von 63,50 Euro (regulär 66,50 Euro) unters Volk gebracht. Der deutsche Bund erlöste damals mehr als 15 Mrd. Euro. (APA, 30.11. 2016)

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