Altach katapultiert sich an die Spitze

29. November 2016, 20:57
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Die Vorarlberger liegen nach einem knappen, aber verdienten 1:0 gegen Ried wieder drei Punkte vor Sturm

Altach – Der SCR Altach hat am Dienstag zum Auftakt der 17. Runde im Kampf um den Herbstmeistertitel vorgelegt und mit einem 1:0 (1:0) gegen Ried wieder die Tabellenspitze übernommen. Vor dem Match von Sturm Graz gegen die Admira am Mittwoch liegen die Vorarlberger wieder drei Punkte voran.

Trotz kräftiger Rotation von Interimstrainer Werner Grabherr, der mit Cezar Ortiz, Patrick Salomon, Christian Schilling, Daniel Luxbacher und Dimitri Oberlin fünf Neue ins Team brachte, entwickelte sich auf feuchtem aber für die Jahreszeit gut bespielbarem Terrain in der Cashpoint-Arena flott eine intensive und nicht im geringsten hässliche Partie. Ob dies auch ohne der vor dem Spiel aufmarschierenden Perchten so gewesen wäre, sei dahingestellt. Die erste Torchance jedenfalls hatten die Hausherren: nach Foul von Peter Zulj an Boris Prokopic in Minute acht traf allerdings Oberlin aus dem folgenden Freistoß den Ball nicht optimal.

Erster Saisontreffer von Boris Prokopic

Doch nur drei Minuten später stand es 1:0 für Altach. Oberlin setzte sich über links in Szene und unter kräftiger aber nicht geahndeter Mithilfe des Ellenbogens durch. Er bediente den heranstürmenden Luxbacher, der das einzig richtige machte und zwischen der ungeordneten Rieder Hintermannschaft mit Prokopic den einzigen Altacher im Zentrum anspielte. Dieser hatte wenig Mühe einzuschieben und seinen ersten Saisontreffer zu erzielen.

Glück für die Gastgeber

Für die ob der vielen Erfolge und der Tabellensituation mit Selbstvertrauen vollgepumpten Altacher lief es also gleich von Beginn an nach Maß, während die leicht nervös wirkenden Innviertler eine Hypothek aufgebrummt bekamen. Ein beinahe fataler Rückpass von Philipp Netzer gen Tor hätte das Spiel nur vier Minuten später wieder neutralisieren können, weil Keeper Andreas Lukse nicht ideal postiert war, doch das Glück war auf Seiten der Gastgeber.

Die Rieder versuchten in der Folge Akzente zu setzen, was auch gelang, doch echte Torchancen blieben Mangelware. Bezeichnende Situation für die Verunsicherung: Bei einer guten Flanke von Thomas Bergmann kam Orhan Ademi in der Mitte knapp nicht ran, Mathias Honsak – plötzlich in aussichtsreicher Position – war zu überrascht, als dass er etwas ausrichten hätte können.

Erster Rieder Schuss aufs Tor in Minute 44

In der 33. Minute erhielt Oberlin zurecht Szenenapplaus, als er von der Seite kommend gleich drei Rieder narrte, dann aber doch nicht mehr zum Abschluss kam. In Minute 44 folgte die beste Gelegenheit für die Gäste in Halbzeit eins, als Bergmann mit einem sehr gut angetragenen Freistoß Lukse zu einer Parade und zur ersten Ballberührung des Spiels zwang. Mit lediglich 2:1 Schüssen auf das Tor ging Halbzeit eins zu Ende.

Der zweite Durchgang begann ähnlich wie der erste, die Altacher machten Druck und die Rieder stemmten sich mit all ihrer Kraft dagegen. Ein Schuss von Ortiz (48.) ging zunächst klar am Ziel vorbei, später blieb Oberlin (58.) nicht zum ersten Mal an diesem Abend im Strafraum hängen. Dann aber eine der besseren Möglichkeiten: Prokopic (59.) schloss nach Idealzuspiel von Oberlin überlegt ab, Thomas Gebauer im Tor der Rieder tauchte jedoch perfekt runter.

Gefährlicher Ried-Konter nach Altacher Powerplay

Die Altacher schnürten die Innviertler, die sich immer wieder weit zurückziehen mussten, oftmals ein. Just als sie ein regelrechtes Powerplay aufgezogen hatten, erarbeiteten sich die Gäste nach einem Konter eine der ganz spärlichen Ausgleichschancen. Patrick Möschl (69.) gewann das Kopfballduell gegen Christian Schilling und der weit vor dem Tor stehende Goalie Lukse musste sich gewaltig strecken um mit Hilfe der Latte zu retten.

Im Minute 78. rammte Prokopic übereifrig aber wohl unabsichtlich den herausstürmenden Gebauer um, die Vollstreckung von Oberlin zählte wegen Foulspiels am Goalie natürlich nicht. Zwei Minuten später aber hätten die Altacher beinahe den Sack zugemacht, als Dovedan (80.) einen Freistoß nur äußerst knapp am Lattenkreuz vorbeizirkelte.

Fröschl vor Möschl

Die letzten Rieder Vorstöße wurden allesamt Opfer der immer wieder perfekt zuschnappenden Altacher Abseitsfalle, ehe es in der Nachspielzeit noch einmal wirklich brenzlig für die Hausherren wurde. Doch Thomas Fröschl machte dem vermutlich aussichtsreicheren und in Hechtkopfballposition heran fliegenden Möschl die Chance zunichte und traf selbst das Ziel nicht.

Altach zu Hause weiter ungeschlagen

Und so avancierte Interimstrainer Werner Grabherr zum erster Altach-Trainer, der die ersten drei Spiele gewinnen konnte. Die Vorarlberger bleiben damit diese Saison zuhause ungeschlagen, haben keine einzige der letzten neun Partien verloren und halten nun schon bei mehr als respektablen 36 Punkten. Die letzte Niederlage kassierte man am 17. September (1:2), Gegner war damals in der Keine Sorgen Arena Ried. Für die Innviertler setzte es die vierte Auswärtspleite in Folge. (Thomas Hirner, 29.11.2016)

Bundesliga, 17. Runde, Dienstag

SCR Altach – SV Ried 1:0 (1:0)
Cashpoint-Arena, 4.700 Zuschauer, SR Harkam

Tor: 1:0 (11.) Prokopic

Altach: Lukse – Zech, Netzer, Galvao – Lienhart, Salomon, Ortiz (64. Jäger), Prokopic (82. Mahop), Schilling – Oberlin, Luxbacher (71. Dovedan)

Ried: Gebauer – Bergmann, Reifeltshammer, Özdemir, Chessa – Ziegl, Zulj (46. Prada) – Möschl, Walch (66. Trauner), Honsak – Ademi (56. Fröschl)

Gelbe Karten: keine bzw. Fröschl

Stimmen

Werner Grabherr (Altach-Trainer): "Die Tabellenführung ist von Mal zu Mal mehr wert, weil es mit jeder Runde schwieriger wird. Das einzige, das ich der Mannschaft vorwerfen kann, wenn überhaupt, ist es, nicht das zweite Tor gemacht zu haben. Es war heute wichtig, anderen Spielern eine Chance zu geben, weil wir nur als Mannschaft funktionieren. Sie haben es sich verdient zu spielen, sie haben gezeigt, dass sie es können."

Christian Benbennek (Ried-Trainer): "Es wäre ein Fehler, in der jetzigen Situation alles schönzureden. Wir haben Probleme, es muss sich etwas ändern. Heute sind wir nicht so in die Zweikämpfe gekommen, wie wir es wollten, das war der gravierende Unterschied zwischen den beiden Mannschaften."

  • Das 1:0 durch Boris Prokopic genügte den Vorarlbergern zum Sieg gegen Ried und zum neuerlichen Sprung an die Tabellenspitze.
    foto: apa/dietmar stiplovsek

    Das 1:0 durch Boris Prokopic genügte den Vorarlbergern zum Sieg gegen Ried und zum neuerlichen Sprung an die Tabellenspitze.

  • Altachs Dimitri Oberlin (rechts, hier gegen Rieds Thomas Bergmann) war an fast allen gelungenen Offensivaktionen der Gastgeber beteiligt und leitete auch den entscheidenden Treffer ein.
    foto: apa/dietmar stiplovsek

    Altachs Dimitri Oberlin (rechts, hier gegen Rieds Thomas Bergmann) war an fast allen gelungenen Offensivaktionen der Gastgeber beteiligt und leitete auch den entscheidenden Treffer ein.

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