Datenbank: Hat Ihr Arzt Zahlungen der Pharmaindustrie erhalten?

30. November 2016, 07:09
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DER STANDARD, ORF und Correctiv haben erstmals die Offenlegungen von 72 Pharmaunternehmen aufbereitet und in einer Datenbank zusammengefasst

Wie viel Geld fließt von der Pharmaindustrie an Ärzte und Spitäler? Diese Frage beantwortet erstmals eine Datenbank der transparenten Zahlungen gespeist aus den Offenlegungen der Pharmaunternehmen. Im Dunkeln bleibt, wer genau profitiert. Bei den Zahlungen an die Ärzteschaft und weitere Angehörige der Fachkreise kann nur einer von fünf Euros namentlich zurückverfolgt werden. Das liegt daran, dass Ärzte und Organisationen der Veröffentlichung ihrer Namen zustimmen mussten. Viele haben das verweigert. Eine gemeinsame Recherche von DER STANDARD, ORF und Correctiv ermöglicht nun erstmals die Suche nach allen Namen von Personen und Organisationen, die eingewilligt haben.

Das sind jene Personen, die ihre Interessenkonflikte freiwillig veröffentlichen. Warum diese potenziellen Einflüsse offengelegt werden, ist hier zu lesen.

Die Suche umfasst rund 3.500 Ärzte und weitere Angehöriger der Fachkreise sowie mehr als 750 Spitäler und Organisationen. Über die Personen mit den höchsten Einkünften haben wir hier geschrieben.

Ergibt Ihre Suche in der Datenbank keinen Treffer, dann hat die betreffende Person oder Organisation keine Zahlungen erhalten oder einer namentlichen Nennung nicht zugestimmt.

(gart, fin, 30.11.2016)

Über das Projekt: Euros für Ärzte

Ende Juni haben die Mitglieder des Verbandes pharmazeutischer Unternehmen erstmals ihre Zahlungen an Ärzte und weitere Angehörige der Fachkreise sowie Krankenhäuser veröffentlicht. Ein gemeinsamer Verhaltenskodex regelt die Art der Publikation. Dieses Regelwerk hat Lücken. Es sieht keine patientenfreundliche Auflistung der Geldflüsse vor. Wer wissen möchte, ob sein Arzt womöglich einen Interessenkonflikt hat, müsste die Websites der 115 Unternehmen einzeln nach dem jeweiligen Namen durchforsten. Erschwerend kommt hinzu, dass der jeweilige Ort der Veröffentlichung nicht einheitlich geregelt ist, die Daten fehlerbehaftet sind und viele Dokumente nicht computerlesbar sind. Deshalb mussten viele Veröffentlichungen händisch abgetippt werden. Diese Recherche ist eine Zusammenarbeit des STANDARD, ORF und der deutsche Rechercheplattform Correctiv. Das Ergebnis: eine Datenbank, in der Sie nach Ihren behandelnden Ärzten und Spitälern suchen können.

Mitarbeit: Nora Laufer (STANDARD), Elke Ziegler, Bernt Koschuh, Jakob Weichenberger (alle ORF), Markus Grill, Stefan Wehrmeyer (beide Correctiv).

Fragen & Hinweise: Die veröffentlichten Daten sind mit größter Sorgfalt und nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Fehler, wie etwa Ziffernstürze, können wir nicht mit vollständiger Sicherheit ausschließen. Falls Sie Ungereimtheiten sehen, werden wir einen Hinweis einer Einzelfallprüfung unterziehen. Melden Sie sich in diesem Fall bitte via eurosfueraerzte@derstandard.at

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    foto: apa
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