Seren: Edle Tropfen zum Verschenken

6. Dezember 2016, 09:00
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So teuer, dass es wehtut, sie sich selbst zu kaufen: Seren sind allerdings gute Geschenke. Voraussetzung: kein explizites Anti-Ageing

Alle Jahre wieder beginnt Anfang Dezember das große Kopfzerbrechen. Was zu Weihnachten schenken? Und wem was? Und wird es gefallen? Nur die ganz Abgeklärten unter uns einigen sich im Vorfeld darauf, auf jegliche Präsente zu verzichten. "Schenken reicht weit in die Stammesgeschichte zurück, wer schenkt, will Bindung", bringt es Friedrich Rost vom Institut für Allgemeine Pädagogik an der Freien Universität Berlin auf den Punkt.

Er kann diese soziologische Sicht auf die Dinge ausbauen: Schenken als Akt des freiwilligen Gebens ist nicht angeboren, sondern eine kulturell erworbene Fähigkeit, die dazu beiträgt, ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln. Insofern hat Weihnachten also eine wichtige Rolle, "freiwilliges Geben, Teilen und Schenken wirkt beziehungsstabilisierend und aggressionshemmend", so Rost, und ist schon von jeher eine friedensstiftend Maßnahme.

Es gibt zwei Arten, ein passendes Geschenk zu finden. Entweder man passt das ganze Jahr über auf und achtet darauf, was der oder die zu Beschenkende mag oder anderen schenkt: Daraus lässt sich vieles ableiten. Oder: Man schenkt sehr teure Dinge. Bei Hautpflegeprodukten gibt es – preislich gesehen – eine gewaltige Bandbreite und kann deshalb auch Luxus pur sein. Sich Produkte über der 100-Euro-Marke zu leisten, tut finanziell vielen weh. Der Tiegel ist klein, das Produkt verbraucht: Doch gerade deshalb ist es Luxus. Eine Erlösung also, wenn teure Kosmetik unter dem Christbaum liegt.

Qual und Wahl

Allerdings: Nur teuer, um des Teuren willen, bringt überhaupt nichts. Im Vorfeld zu klären: Mag die oder der zu Beschenkende eher Naturkosmetik oder Produkte aus der Parfümerie. Ein Blick ins Badezimmer der oder des zu Beschenkenden klärt diese Frage. Mit Reformhaus hat Öko-Hautpflege mittlerweile überhaupt nichts mehr zu tun. "Hightech ist in der Naturkosmetik längst angekommen", sagt Eva Seisser, Apothekerin und Betreiberin der Naturparfümerie Stattgarten in Wien und meint zum Beispiel Peptide (in der Serie Deage). Teuer sind auch Seren von Sepai, die es in der Naturparfümerie Kussmund in Wien gibt.

Die nächste Entscheidung: die Auswahl der Produktkategorie. Nur so viel: Für die meisten Menschen über dem 20. Lebensjahr ist Hautcreme Pflicht, die Kür hingegen sind Spezialprodukte wie Seren, Konzentrate oder spezielle Öle, die unter der Hautpflege angewendet werden.

"Für drunter"

Das Besondere an dieser Produktkategorie ist die wesentlich höhere Wirkstoffkonzentration. Seren und Konzentrate sind meist wässrige Lösungen, die unter Tages- und Nachtcreme anzuwenden sind. "Für drunter" sozusagen – und es ist tatsächlich nicht so, dass man immer nur Produkte aus ein und derselben Pflegeserie verwenden muss. Mischen ist möglich, kreativ und, solange es ein Geschenk ist, doch sicher den Versuch wert.

Aber Achtung: Beim Schenken von Kosmetik gibt es einen sehr sensiblen Punkt, der im Sinne der Friedensstiftung unter dem Weihnachtsbaum nicht außer Acht zu lassen ist. Anti-Ageing sollte nicht explizit und in großen Lettern auf der Flasche stehen. Da, wie Soziologe Rost sagt, Geschenke Schenkende und Beschenkte miteinander verbinden sollen, könnte der Satz: "Was, du findest, ich bin alt?" oder "Was, gefalle ich dir etwa nicht mehr?" im Sinne der weihnachtlichen Friedensstiftung also total kontraproduktiv sein.

Der Ausweg aus diesem Dilemma: Es gibt Seren und Konzentrate, die dieses Wort meiden – und sich dadurch als Geschenk eigenen. Beispiele? Statt Anti-Ageing steht dann "Booster" (Auftrieb), "Radiance" (Strahlung) oder "Renewal" (Erneuerung). Auch "Combleur" (Gipfel) bei Carita ist schön. Oder man setzt auf Kosmetik, die nicht die Funktion einer Creme, sondern die Inhaltsstoffe in den Vordergrund stellen: Gold, Kaviar, Trüffel oder Diamanten zum Beispiel. Wer könnte bei einem Gabentransfer dieser Art schon beleidigt sein? In der Menschheitsgeschichte wurden mit teuren Geschenken dieser Art übrigens sehr oft Kriege verhindert. (Karin Pollack, RONDO, 6.12.2016)

Deage The Cell Serum (160 Euro)

foto: hersteller

La Mer The Renewal Oil (180 Euro)

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La Prairie Skin Caviar Concentré (390 Euro)

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Sisleya Serum Global Fermeté (381,50)

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Juvena Master Caviar Concentrate (195 Euro)

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Estée Lauder Renutritiv Diamond Infusion (346 Euro)

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Sepai V3.1 Booster Zwei-Phasen-Serum (155 Euro)

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Shiseido Future Solution Serum (281 Euro)

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