Skifahren wird immer mehr zum teuren Spaß

29. November 2016, 10:26
255 Postings

In manchen Regionen kostet eine Tagesliftkarte bereits über 50 Euro, die Verlierer sind kleine Gebiete

Im Westen nichts Neues: Wie jedes Jahr werden auch heuer die Liftpreise in Österreichs Skigebieten deutlich angehoben, berichtet der Verein für Konsumenteninformation (VKI). 13 der hundert Skiorte verlangten mittlerweile 50 Euro und mehr für eine Erwachsenen-Tageskarte, so VKI-Projektleiter Peter Blazek laut Aussendung.

Am tiefsten muss man dabei mit 53 Euro in Kitzbühel in die Tasche greifen, aber auch der Arlberg, Ischgl, Saalbach-Fieberbrunn und Sölden können mit jeweils 52 Euro mit diesem Preisniveau mithalten. Am unteren Ende der Preisskala rangieren demnach kleine Skigebiete wie der Schneeberg, wo je nach Witterung 15 oder 25 Euro fällig werden, weiters Wenigzell in der Steiermark beziehungsweise Ragall im Großen Walsertal mit rund 20 Euro.

Im Schnitt wurden die Preise für Tageskarten für Erwachsene im Vergleich zum Vorjahr um 1,95 Prozent teurer, die Preise für Sechstageskarten legten sogar um 3,2 Prozent zu und lagen damit deutlich über der Inflationsrate von 0,9 Prozent.

Zusammenschluss von Skigebieten

Auffällig: Je größer das Skigebiet, desto größer die Förderungen durch die Politik, so Blazek und der Trend ist eindeutig: War im Vorjahr Saalbach durch die Verbindung nach Fieberbrunn nach Eigendefinition Österreichs größtes zusammenhängendes Skigebiet, wurde es heuer vom Zusammenschluss von St. Anton in Tirol mit Zürs und Lech in Vorarlberg mit insgesamt 305 Kilometern überholt. Der VKI ortet in diesen Trends "Größenwahn", da immer mehr kleine Liftbetreiber (häufig Gastwirte) zusperren müssen, weil sie als nicht förderwürdig gelten und andere Regionen bereits in den Startlöchern scharren: So will sich Kitzbühel mit den Wildkogelbahnen im Pinzgau verbinden, auch die Gletscherskigebiete Ötztal und Pitztal sollen zusammenwachsen, die Axamer Lizum soll mit Schlick 2000 im Stubaital verbunden werden, und in Oberösterreich geht es um die beiden Gebiete Wurzeralm und Hinterstoder.

Seit der ersten VKI-Erhebung vor zwölf Jahren sind die Tageskarten für Erwachsene im Schnitt um 44 Prozent gestiegen, jene für Sechstagekarten um 52 Prozent. Der Verbraucherpreisindex stieg in diesem Zeitraum dagegen um nur 25 Prozent.

Blazek: "Besonders schmerzhaft ist es, wenn die Jungen wegfallen." Zwar gebe es vielerorts Familienrabatte, diese seien aber mitunter schikanös. So würde oft nicht nur ein Reisepass zum Nachweis für ein Familienverhältnis ausreichen, sondern zusätzlich ein Meldezettel verlangt. (red, 29.11.2016)

  • Auf der Piste geht es abwärts, mit den Preisen geht es aufwärts.
    foto: ap / uwe lein

    Auf der Piste geht es abwärts, mit den Preisen geht es aufwärts.

  • Artikelbild
    grafik: apa
Share if you care.