Studie: Strombranche noch zu wenig auf digitalen Kunden vorbereitet

29. November 2016, 08:43
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Deloitte: Zwei Drittel der österreichischen EVU erwirtschaften weniger als 5 Prozent durch E-Commerce

Die österreichischen Energieversorger sind noch zu wenig auf den digitalen Kunden vorbereitet, geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens Deloitte hervor. Digitalisierung spielt demnach eine untergeordnete Rolle, die Produktpalette ist zum Großteil noch nicht an die digitalen Herausforderungen angepasst. Damit werde den Wünschen der Energiekunden nur unzureichend Rechnung getragen, so Deloitte.

Online-Services würden zwar von fast jedem Energieunternehmen angeboten, aber nur von wenigen Kunden genutzt. Zwei Drittel der EVU erwirtschaften laut Studie weniger als 5 Prozent durch E-Commerce.

Alternativen

"Das meiste Geschäft machen die Energieversorgungsunternehmen immer noch so wie sie es immer gemacht haben. Das funktioniert zwar noch, ist aber nicht mehr zeitgemäß. Alternative Anbieter, die voll auf digitalisierte Angebote setzen, könnten dadurch langfristig bei Convenience und Kosteneffektivität die Nase vorne haben", so Deloitte-Österreich-Partner Gerhard Marterbauer laut Pressemitteilung.

90 Prozent der Rechnungen werden noch per Post versendet, obwohl praktisch alle Energieversorgungsunternehmen (EVU) ihren Kunden mittlerweile digitale Rechnungen anbieten, geht aus der Studie weiter hervor. "Die Kunden sind eigentlich bereit für die Modernisierung, man muss ihnen nur Anreize zum Umstieg geben", meint Marterbauer.

Die vor einem Jahr durchgeführt Deloitte-Studie "Der österreichische Energiekunde 2020" habe gezeigt, dass die Kunden ihren Energieverbrauch mit anderen Kunden vergleichen wollten, heißt es in der Pressemitteilung. Nur rund die Hälfte der Unternehmen biete dies zumindest teilweise an, 30 Prozent hätten dies gar nicht im Programm. Ebenfalls nur drei von zehn Energieversorgern würden ihren Kunden die Möglichkeit zur digitalen Produktkonfiguration anbieten.

Neuland

Die Produktentwicklung mit Kunden sei für die Hälfte der in der aktuellen Studie Befragten absolutes Neuland. Nur jedes zehnte Unternehmen gebe an, regelmäßig mit Kunden gemeinsam Produkte zu entwickeln. Durch die digitalen Möglichkeiten bekomme Open Innovation eine größere Bedeutung und biete wichtige Zukunftschancen für die Unternehmen, so Marterbauer. "Österreichische Energieversorger stehen hier noch am Anfang". Um in der Branche mithalten zu können, müssten die Unternehmen ihre Kunden verstärkt an der Produktentwicklung beteiligen.

Im Rahmen der Studie wurden im heurigen September 104 Manager der österreichischen E-Wirtschaft online befragt. (APA, 29.11.2016)

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