Ausstellung erinnert an italienische Soldaten, die nach Deutschland verschleppt wurden

29. November 2016, 08:00
1 Posting

Zeitgeschichtliche Dokumente in ehemaliger Lagerbaracke zu sehen

Berlin – Es ist ein wenig bekanntes Kapitel der NS-Geschichte: Rund 650.000 italienische Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere wurden ab 1943 ins Deutsche Reich und ins besetzte Polen verschleppt – etwa 50.000 starben in der Gefangenschaft. Erstmals erinnert jetzt eine Dauerausstellung in Deutschland an das Schicksal der Militärinternierten.

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier und der italienische Außenminister Paolo Gentiloni eröffneten die Schau am Montag im Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit der Stiftung Topographie des Terrors in Berlin.

Das Projekt wurde durch Archivrecherchen in Italien und Deutschland vorbereitet. In einer ehemaligen Lagerbaracke sind auf etwa 250 Quadratmetern Fotos, Zeichnungen, Objekte und Dokumente zu sehen. Die Verschleppung italienischer Militärs hatte 1943 begonnen, nachdem die neue Regierung in Rom das ehemalige Bündnis zwischen Hitler und Mussolini aufgekündigt hatten. Aus Rache für den "Verrat" des einstigen Verbündeten wurden die Italiener besonders schlecht behandelt. (APA, red, 29. 11. 2016)

Share if you care.