Man kann tatsächlich das Gras wachsen hören

29. November 2016, 06:00
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Laut US-Forschern klingt der Prozess wie eine sehr, sehr leise Variante des Geräuschs, wenn Stängel brechen

Honolulu – Mit piezoelektrischen Kontaktmikrofonen haben es US-Forscher geschafft, das Gras wachsen zu hören – genauer gesagt ein recht imposantes Süßgras, nämlich Mais. Entsprechende Ergebnisse stellte ein Team um Douglas Cook von der New York University bei einer Konferenz der Acoustical Society of America und der Acoustical Society of Japan in Honolulu vor.

Laut Cook darf man sich das Ganze wie die Flüsterversion des Geräuschs brechender Maisstängel vorstellen. "Wir glauben jetzt, dass das Pflanzenwachstum Millionen winziger Bruchereignisse mit sich bringt, und dass diese Brüche die Pflanze dazu bringen, die gebrochenen Regionen zu reparieren." Indem ständig Brüche entstehen und repariert werden, könne die Pflanze größer und größer werden.

"Mikroskopisches Erdbeben"

"Materialbruch ist wie ein mikroskopisches Erdbeben: Die plötzliche Freisetzung von inneren Spannungen sendet Schallwellen, die in alle Richtungen ausstrahlen", erklärt Cook, wie die Geräusche zustande kommen. Der Mechanismus sei möglicherweise dem Prozess des Aufbaus von Muskeln beim Menschen ähnlich, vermutet Cook. Denn auch beim Stemmen von Gewichten entstehen kleine Mini-Risse – durch die Reparatur wird der Muskel dann gestärkt.

Die Wissenschafter stellten bei ihrem Experiment auch fest, dass während des schnellen Wachstums die Blätter der Pflanze in besonderem Maße zur Stabilität des Stängels beitragen. Deshalb könne es Botanikern helfen, neue Sorten mit härteren Blättern zu entwickeln, die weniger anfällig für Ausfälle während der Wachstumsphase sind. (APA, red, 29. 11. 2016)

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