ÖVP-Volk: Fifty-fifty

Einserkastl28. November 2016, 17:37
378 Postings

Das ÖVP-Volk ist mittendurch gespalten, wenn es um die Frage VdB/Hofer geht

Bei der Bundespräsidenten-Stichwahl im Mai 2016 gaben rund 950.000 Personen ihre Stimme ab, die bei den Nationalratswahlen 2013 ÖVP gewählt hatten (damals insgesamt 1,1 Millionen). Von diesen 950.000 VP-Wählern stimmten bei der Stichwahl im Mai rund 52 Prozent für Alexander Van der Bellen und rund 48 Prozent für Norbert Hofer (Daten: Sora).

Mehr oder weniger fifty-fifty also. Das erklärt, warum die ÖVP-Führung (soweit man von so etwas sprechen kann) peinlich vermied, eine offizielle Wahlempfehlung für einen der beiden abzugeben. Das ÖVP-Volk ist einfach mittendurch gespalten, wenn es um die Frage VdB/Hofer geht. Für den erzkonservativen Teil der VP-Klientel ist Van der Bellen ein linkslinker Ex-Kommunist, Freimaurer, Pestizidverbieter und sonstiger Teufelsanbeter. Für die aufgeklärten Konservativen in der Volkspartei ist er auch nicht gerade der Wunschkandidat; aber sie wollen doch einen berechenbaren bürgerlichen Liberalen statt eines deutschnationalen Burschenschafters, der seine rechtsextreme Agenda mit sanftem Augenaufschlag vorbringt – oder aber glatt leugnet. Allein die Wendungen von Hofer zum Öxit sprechen Bände für jeden wirtschaftlich Gebildeten.

Die eine Hälfte der ÖVP glaubt, dass mit Hofer kein Staat zu machen ist; die andere, dass er eh auch irgendwie "einer von uns" ist. Und dass man mit ihm die ÖVP an der Macht halten kann. (Hans Rauscher, 28.11.2016)

Share if you care.