Sofia schiebt nach Unruhen in Asylheim 250 Afghanen ab

28. November 2016, 15:59
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18 Personen wegen "Hooliganismus und Beschädigung staatlichen Eigentums" angeklagt

Sofia – Bulgarien will nach Unruhen in seinem größten Flüchtlingszentrum 250 Menschen aus Afghanistan in ihre Heimat abschieben. Es handle sich um Menschen, die illegal in das EU-Land gelangt seien. Das Verfahren einer freiwilligen Rückkehr von 50 Personen habe begonnen, teilte die Regierung am Montag in Sofia mit. Die Papiere der anderen 200 Afghanen würden noch bearbeitet.

Die Entscheidung der Regierung erfolgte nach Ausschreitungen im Aufnahmelager Harmanli nahe der türkischen Grenze. Der Drahtzieher der Unruhen am vergangenen Donnerstag sei ein aus Deutschland abgeschobener Mann gewesen.

18 der 400 vorübergehend Festgenommenen sollen wegen "Hooliganismus und Beschädigung staatlichen Eigentums" angeklagt werden und weiterhin in Haft bleiben. 1.000 Personen aus dem Zentrum in Harmanli, die sich nicht an die Vorschriften hielten, sollen in andere Lager an der türkischen Grenze verlegt werden.

Die Flüchtlingslager in dem ärmsten EU-Land sind voll. 2016 wurden 13.000 Flüchtlinge registriert. Unklar ist, wie viele geblieben sind. Die Orthodoxe Kirche warnte, dass ein anhaltender Flüchtlingszustrom das "ethnische Gleichgewicht" in Bulgarien, wo zehn Prozent der Bevölkerung ethnische Türken sind, verändern könnte. (APA, red, 28.11.2016)

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