Lehrerausbildung: Im Osten bahnt sich Lösung für Kunst und Werken an

28. November 2016, 12:18
1 Posting

Die Uni für Angewandte Kunst und die Akademie der Bildenden Künste scheinen doch zu Kooperation mit PH in Wien und Niederösterreich bereit

Wien – Als Folge der neuen Lehrerausbildung dürfen derzeit in Wien und Niederösterreich die Pädagogischen Hochschulen (PH) keine Kunst- und Werklehrer ausbilden. Einzige Ausbildungsstätten sind die Akademie der Bildendenden Künste und Uni für Angewandte Kunst. Da beide zugangsbeschränkt sind, fürchten Fachleute eine Verschärfung des Lehrermangels in diesem Bereich. Nun bahnt sich jedoch eine Lösung an.

Abschluss bis Weihnachten

Bis Weihnachten wollen die zwei Wiener Kunstunis mit den drei PH in Ostösterreich (PH Wien, Kirchliche PH Wien/Krems, PH Niederösterreich) mit dieser Fachausbildung eine Kooperationsvereinbarung abschließen, wie die APA von den Rektoraten von Angewandter und PH Niederösterreich erfahren hat. Damit wäre die Voraussetzung dafür erfüllt, dass diese PH künftig wieder Lehrer für die Fächer Bildnerische- und Werkerziehung ausbilden dürfen. Wie die Zusammenarbeit im Detail aussehen wird, ist noch nicht bekannt.

Die neue Pädagogenausbildung sieht verpflichtend vor, dass PH für die Ausbildung von Sekundarstufen-Lehrern (Neue Mittelschule, Berufsschule, Polytechnische Schule, AHS, BMHS) Studien gemeinsam mit Unis in sogenannten Verbünden anbieten. Bisher hatten Bildende und Angewandte eine solche Zusammenarbeit abgelehnt, als Gründe nannten sie unter anderem die geringe Rolle der künstlerischen Fachausbildung an den PH und die ohnehin schon knappen Ressourcen an den eigenen Häusern.

50 Absolventen im Jahr

Der Berufsverband Österreichischer Kunst- und WerkerzieherInnen (BÖKWE) und die Österreichische HochschülerInnenschaft hatten vor einem Personalengpass gewarnt, sollte nicht doch noch eine Lösung gefunden werden. Die beiden Wiener Kunstunis lassen nämlich jedes Jahr nur ausgewählte Studienanfänger zu, von den rund 25 Absolventen pro Jahr und Haus unterrichtet in der Praxis wegen der stark künstlerischen Ausrichtung des Studiums nur ein Teil später auch tatsächlich an Schulen. Gleichzeitig werden in manchen Regionen schon jetzt Lehrer ohne entsprechende Ausbildung in den künstlerischen Fächern eingesetzt und in den kommenden Jahren gehen viele Zeichen- und Werklehrer in Pension. (APA, 28.11.2016)

Share if you care.