Prozess um Bluttat am Brunnenmarkt: Einweisung in Anstalt

28. November 2016, 12:09
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Der 21-Jährige soll in den Maßnahmenvollzug eingewiesen werden. Die Entscheidung der Geschworenen fiel einstimmig aus

Wien – Der 21-Jährige, der am 4. Mai 2016 am Brunnenmarkt eine 54 Jahre alte Frau auf dem Weg zu ihrer Arbeit mit einer elfeinhalb Kilogramm schweren Eisenstange erschlagen haben soll, ist am Montag im Wiener Landesgericht für Strafsachen nach kurzer Verhandlung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen worden. Die Entscheidung der Geschworenen fiel einstimmig aus.

Richter Ulrich Nachtlberger verwies in der Urteilsbegründung auf den Wahrspruch der Geschworenen, die auf Basis des Gutachtens des psychiatrischen Sachverständigen Karl Dantendorfer entschieden hatten. Der paranoid-schizophrene Mann bedürfe einer dauerhaften engmaschigen Betreuung, sagte Nachtlberger. Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig, Verteidiger Richard Soyer bat um Bedenkzeit.

Sachverständiger: 21-Jähriger hochgradig gefährlich

Der 21-Jährige wurde am Montag nur sehr kurz befragt. Er wirkte von seiner psychischen Erkrankung gezeichnet und war nicht vernehmungsfähig. Seine Einvernahme wurde nach zwei Minuten abgebrochen. Er war einem psychiatrischen Gutachten zufolge aufgrund einer paranoiden Schizophrenie zum Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähig und damit nicht schuldfähig. Deswegen wurde er nicht wegen Mordes angeklagt. Weil der Sachverständige Dantendorfer den Mann infolge seiner Erkrankung nach wie vor als hochgradig gefährlich betrachtet, hat die Staatsanwaltschaft die Einweisung des 21-Jährigen in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher beantragt.

"Ich kann mich nicht erinnern. Ich glaube, da war eine Frau. Ich glaube, ich habe eine Frau mit Metall geschlagen", sagte der 21-Jährige, wobei sein Blick ins Leere ging. "Wissen Sie, wieso?", wollte Richter Nachtlberger wissen. Der Mann verneinte. "Er war auch unmittelbar nach der Tat nicht in der Lage, eine Stellungnahme abzugeben", gab Verteidiger Soyer zu bedenken. Aus den Gesprächen mit seinem Mandanten habe er den Eindruck gewonnen, "dass ich ihn nicht erreiche". Soyer bedauerte, dass die schwere paranoide Schizophrenie des Mannes im Vorfeld von Behördenseite nicht erkannt worden war, obwohl der 21-Jährige längst gerichtsbekannt war: "Hätte man das früher erkannt, hätte man das früher behandelt, hätte das verhindert werden können." (APA, red, 28.11.2016)

  • Der 21-Jährige soll eine Frau am Brunnenmarkt mit einer Eisenstange erschlagen haben.
    foto: apa / roland schlager

    Der 21-Jährige soll eine Frau am Brunnenmarkt mit einer Eisenstange erschlagen haben.

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