Aktivisten: Syrisches Regime nahm Nordosten Aleppos vollständig ein

28. November 2016, 09:41
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Rebellengebiet in zwei Teile zerschlagen

Aleppo/Damaskus – Syriens Regimeanhänger haben den nördlichen Teil der Rebellengebiete in Ost-Aleppo vollständig eingenommen. Die Armee und ihre Verbündeten hätten die Kontrolle über die Stadtteile Al-Sakhour und Al-Haidariya gewonnen, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag. Damit wurde das Rebellengebiet im Osten der Stadt in zwei Teile zerschlagen.

Insgesamt verloren die Rebellen in den vergangenen Tagen im Zuge des Vormarsches der Armee die Kontrolle über mehr als ein Drittel des von ihnen gehaltenen Gebiets im Osten der Großstadt, wie der Leiter der Organisation, Rami Abdulrahman, der Nachrichtenagentur Reuters sagte.

"Das ist die schwerste Niederlage der Rebellen, seitdem sie Aleppo 2012 eingenommen haben", sagte der Leiter der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle stützt sich auf ein breites Netzwerk von Informanten in Syrien, ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Totaler Zusammenbruch

Regierungstruppen hatten die Rebellen bereits am Wochenende immer weiter zurückgedrängt. Den Regimegegnern droht nun in der seit Monaten umkämpften Stadt ein totaler Zusammenbruch.

Aleppo ist als eine der größten Städte des Landes strategisch und symbolisch wichtig. Sollte das Regime den bisher von der Opposition kontrollierten Osten vollständig einnehmen, wäre das ein massiver Schlag für die Rebellen. Dies könnte ein Wendepunkt für den Bürgerkrieg sein.

Nach Angaben der Menschenrechtler sind rund 10.000 Menschen aus den Gebieten unter Rebellen-Kontrolle auf der Flucht. Rund 6.000 von ihnen seien in einen von Kurden beherrschten Stadtteil geflohen. Der Rest sei in Viertel gezogen, die kürzlich vom Regime eingenommen wurden.

Bisher kontrollierten die Rebellen den Osten Aleppos, der jedoch seit September von der Außenwelt abgeschnitten ist. In dem Gebiet sollen noch rund 250.000 Menschen leben.

Wegen der Blockade fehlt es in den Rebellengebieten akut an Lebensmitteln, sauberem Trinkwasser, Strom und medizinischer Versorgung. Das internationale Rote Kreuz hatte am Freitag gewarnt, in dem eingekesselten Gebiet gingen die Nahrungsmittel zur Neige. Nach heftigen Bombardierungen in den vergangenen Wochen durch das syrische Regime und seinen Verbündeten Russland sind nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) acht von neun Krankenhäusern außer Betrieb. (APA, 28.11.2016)

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