Außenministerium- und Bundesheer-Webseiten nach Cyberattacke offline

28. November 2016, 10:41
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Türkisches Hackerkollektiv behauptet, Webseite mit Anfragen überflutet zu haben

Die türkische Hackergruppe Aslan Neferler Tim hat wieder zugeschlagen: Sie soll am Wochenende die Webseite des österreichischen Außenministeriums angegriffen haben. Dabei handelte es sich um einen sogenannten DDOS-Angriff, bei dem massenhaft Anfragen an die Server der Seite geschickt werden, bis diese überfordert sind und streiken. Dabei handelt es sich um keinen "Hack" in dem Sinn, dass Fremde in interne Netzwerke des Ziels eindringen.

"Technisches Problem"

Das Außenministerium gab an, dass es ein "technisches Problem beim Webseitenprovider" gegeben habe. Aslan Neferler postete auf seiner eigenen Webseite allerdings Jubel über das Offlinegehen der Außenministeriumswebseite und bekannte sich dafür verantwortlich. Die Gruppe hat in der Vergangenheit bereits die Oesterreichische Nationalbank ins Visier genommen.

Rache für Waffenembargo?

Der Angriff soll Rache für das kürzlich verkündete Waffenembargo Österreichs gegen die Türkei gewesen sein. Aus der türkischen Politik gab es in der Vergangenheit immer mehr Kritik an der österreichischen Regierung. In welcher Verbindung Aslan Neferler zu den türkischen Behörden, etwa Geheimdiensten, steht, ist nicht bekannt.

Bundesheer offline

Nach dem Außenministerium ist auch das Verteidigungsministerium von Hackern angegriffen worden. Die Website "www.bundesheer.at" war in der Nacht auf Montag nicht erreichbar, teilte ein Sprecher mit. Andere Folgen hatte der Angriff demnach nicht.

Es handelte sich ebenfalls um eine DDOS-Attacke, die zu einen Zusammenbruch des Systems führt, die Bundesheer-Website blieb einige Stunden offline. Der Angriff zeige, dass "die Systeme gut geschützt" seien, betonte der Sprecher, denn es gebe nur ein Einfallstor, und dort seien die Hacker quasi nur bis zur Eingangstür gekommen. Denn innerhalb des Systems sei nichts passiert, auch habe es auf kritische Systeme keinen Angriff gegeben, unterstrich der Sprecher. (fsc, APA, 28.11.2016)

  • Die Webseite des Außenministeriums – im Bild Minister Sebastian Kurz (ÖVP) – war am Freitagabend offline.
    foto: apa/tatic

    Die Webseite des Außenministeriums – im Bild Minister Sebastian Kurz (ÖVP) – war am Freitagabend offline.

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