Risse im Eis

Einserkastl27. November 2016, 18:51
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Manche Dinge verdienen kein Verständnis und kein Entgegenkommen

Nach Brexit-Wahl, Trumps Sieg und AfD-Erfolgen wurden mahnende Rufe laut, die erzürnten Massen – ob autochthon oder aus Übersee – doch bitte endlich zu verstehen. Ihre Ängste, Sorgen, Beweggründe. Dem kann man einiges abgewinnen. Verständnis ist der Schlüssel zu gegenseitigem Erkennen. Aber nicht, wenn das mit diesem Verständnis überhäufte Gegenüber nicht mal ansatzweise an einer konstruktiven Lösung interessiert ist.

Wer am Tag nach der Entscheidung in Großbritannien Polen zusammenschlug, wer nach der Wahl in Amerika auf Afroamerikaner, Latinos und Homosexuelle losging – der hat einfach kein Verständnis und vor allem keine Toleranz seiner Handlungen verdient.

Ein tobendes Kleinkind, dem gerade sämtliches Gerieren erlaubt wurde, wird selten von selbst zu konstruktivem Verhalten finden. Wer käme denn auch auf die Idee, einen in aller Öffentlichkeit pöbelnden Grobian verständnisvoll nach seinem werten Befinden zu fragen, um seine Handlungen zu begrenzen?

Wer erwägt tatsächlich ein sanftes Ei-Ei für Rempler und Mobber, die man besser gar nicht als Rempler und Mobber bezeichnen sollte, um sie um Gottes willen nicht zu beleidigen, während sie andere hilflose Mitmenschen in Grund und Boden schrecken und entwerten? Nein. Manche Dinge verdienen kein Verständnis und kein Entgegenkommen. Sondern feste, bestimmt und freundlich gesetzte Grenzen. (Julya Rabinowich, 27.11.2016)

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