Tourismus kurbelt Italiens Wirtschaft an

28. November 2016, 08:05
35 Postings

Verfassungsreferendum sieht Zentralisierung der Fremdenverkehrsstrategie vor

Der Fremdenverkehr hat sich heuer zum wichtigsten Wachstumsträger für Italiens Wirtschaft entwickelt – und soll es 2017/18 auch bleiben. Vorgesehen ist, dass das Bruttoinlandsprodukt 2016 um 0,9 Prozent, der Tourismus um 1,5 Prozent wächst. Der Umsatz im Tourismus macht mit 171 Milliarden Euro 11,8 Prozent des BIPs aus. Der Sektor beschäftigt mit 3,1 Millionen Beschäftigen 12,8 Prozent der Arbeitnehmer.

Weder das kriselnde Umfeld noch die internationale Konkurrenz beziehungsweise das wachsende Angebot auf globaler Ebene haben den positiven Trend in Italien gebremst. Die Ankünfte sind heuer bisher um geschätzt drei Prozent gestiegen und sollen 2017 und 2018 mindestens in diesem Ausmaß zunehmen. Dies wurde auf der kürzlich in Rom abgehaltenen Tagung "Strategien und Ressourcen des Tourismus in Italien" bekannt. Im Vorjahr sind sowohl die durchschnittliche Aufenthaltsdauer (3,5 Tage) als auch die Durchschnittsausgaben pro Tag (auf 108 Euro) gewachsen.

Effizienzsteigerung

Neue Impulse erwarten sich die Experten nun auch vom Verfassungsreferendum, über das am 4. Dezember abgestimmt wird. Sollte die Reform umgesetzt werden, sollen die Werbe- und Promotion-Initiativen für den Fremdenverkehr zentralisiert und nicht mehr auf Regionen und Provinzen aufgesplittert werden. Durch die Zusammenlegung sollen Einsparungen erzielt, die Werbeeffizienz gesteigert und Anreize für Investitionen geschaffen werden.

Vorgestellt wurde auch der Strategieplan 2017–2022. Neben einer wachsenden Digitalisierung (ab 1. Jänner wird das Duty-Free-Shopping an Italiens Flughäfen digitalisiert) und einer Verbesserung der Infrastruktur soll künftig der Fokus auf die Sharing-Economy gelegt werden. Diese hat bereits einen Anteil von 15 Prozent am Fremdenverkehrsaufkommen.

Im Tourismus gab es heuer aber auch Schatten. Denn das vom Vatikan propagierte Jubiläumsjahr hat sich zwar zu einem religiösen, keineswegs aber wirtschaftlichen Erfolg entwickelt. Mag sein, dass Sorgen über etwaige Terroranschläge den Pilgerstrom bremsten. Der Hotelierverband in Rom meldete nur 1,2 Prozent mehr Ankünfte. Mailand, mit dem größten Zuwachs an Touristen (plus 4,5 Prozent), hat heuer nicht nur von der im Vorjahr abgehaltenen Weltausstellung Expo profitiert, sondern auch vom wachsenden Wirtschafts-, Messe- und Shopping-Tourismus. Im Aufschwung befindet sich heuer aber auch der Wintersport-Tourismus. (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, 28.11.2016)

Share if you care.