Am Attersee entsteht mehr Zusammenhalt im Luftraum

28. November 2016, 13:45
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Die kleine Sommerfrischler-Destination Schörfling ist die Heimat des Flugzeugteile-Herstellers RO-RA Aviation Systems

Linz – Eigentlich bedürfte es nach einer erfolgreichen Flugreise samt sicherer Landung stets auch eines kleinen Dankeschöns in Richtung Schörfling am Attersee. Denn dort, wo einst Gustav Klimt die Musen heftig küsste und sich heute die Sommerfrischler auf des Malers Spuren am Seeufer drängen, ist der Sitz eines international tätigen Spezialisten im Bereich der Luftfahrttechnik.

Zentrale Bauteile

RO-RA Aviation Systems ist Produzent von Spezialteilen und Funktionsbaugruppen für die Flugzeugindustrie. Entwickelt und gefertigt wird in Schörfling Hochspezifisches, dass dann über den Wolken eine tragende Rolle spielt: etwa bei der Verbindung des Rumpfs mit Gepäckablage, Bordküche und Staukästen. Dazu laufen am Attersee noch sogenannte Strukturstreben und Konnektoren für den Einsatz in den Flügeln, Leitwerken, Fahrwerken und Tragwerken sowie hochpräzise Metallbauteile für Triebwerke "vom Band".

Und wer mit 200 Mitarbeitern Bauteile produziert, die enormen Belastungen standhalten müssen, beliefert nicht die örtlichen Segelflieger-Vereine. Längst ist RO-RA Aviation Systems in den internationalen Luftraum eingedrungen – und kann sich dort erfolgreich behaupten. Zu den Kunden zählen heute unter anderem PFW Aerospace, Rolls-Royce, FACC AG, Diehl Aircabin, Zodiac Aerospace, Lufthansa Technik.

Und der illustre Kundenkreis wirkt sich auf den Umsatz entsprechend positiv aus. "Allein in den vergangenen zwei Jahren konnten wir den Umsatz auf 32 Millionen Euro mehr als verdoppeln", zieht Markus Kreisle – der gebürtige Bayer sitzt gemeinsam mit dem Oberösterreicher Helmut Wiesenberger als Geschäftsführer im Firmencockpit – im Standard-Gespräch eine durchaus positive Bilanz.

Zusammenarbeit mit Schulen und Uni

Überlegung, mit dem Firmensitz in Richtung Ausland abzuheben, gab es bei RO-RA bis dato nicht. Wiesenberger: "Wir fühlen uns in Schörfling sehr wohl und können vorhandene Ressourcen perfekt nutzen – etwa die enge Zusammenarbeit mit den Fachhochschulen oder der Linzer Johannes-Kepler-Universität."

Ein besonderes Augenmerk legt man beim Flugzeugteile-Hersteller auf die Mitarbeiterförderung. "Wir brauchen gute Leute, die nicht nur eine Maschine bedienen können. Sie müssen das Produkt verstehen", ist Kreisle überzeugt.

Um sieben Millionen Euro wurde daher jetzt ein eigenes Ausbildungs- und Kompetenzzentrum entwickelt. Auf modernsten Maschinen lernen Lehrlinge von Grund auf, worauf es in der Zerspanung der hochwertigen Produkte ankommt. "Begeisterung zu entfachen ist die beste Möglichkeit, dem Fachkräftemangel zu begegnen", ist Kreisle überzeugt. (Markus Rohrhofer, 28.11.2016)

  • RO-RA-Geschäftsführer Markus Kreisle setzt auf den persönlichen Kontakt mit seinen Mitarbeitern.
    foto: werner dedl

    RO-RA-Geschäftsführer Markus Kreisle setzt auf den persönlichen Kontakt mit seinen Mitarbeitern.

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