Bayern atmen auf, BVB-Coach Tuchel sauer

27. November 2016, 12:31
36 Postings

Augsburgs Hinteregger hielt Köln-Torjäger in Schach: "Ich bin immer hinterher" – Gregoritsch nach Doppelpack für HSV: "Wichtig ist, dass wir leben"

Just nach seiner Rückkehr hat Bayerns neuer, alter Präsident Uli Hoeneß am Samstag beim 2:1 über Leverkusen einen "Sieg der Mentalität" bejubeln dürfen. Leipzig ist freilich dennoch weiter drei Punkte vorn, der BVB hingegen fiel nach dem 1:2 in Frankfurt weiter zurück. Trainer Thomas Tuchel zürnte seiner Elf: "Unsere Leistung war ein einziges Defizit."

Der BVB bleibt ein unberechenbares Team. "Unsere gesamte Saison verläuft in einem Auf und Ab. Das ist sehr unbefriedigend", monierte Tuchel. Mit 27 Toren ist der BVB gemeinsam mit Tabellenführer Leipzig zwar das stärkste Offensivteam der Liga. Dennoch liegen die Dortmunder bereits neun Punkte hinter der Truppe von Ralph Hasenhüttl, die am Freitag Freiburg mit 4:1 geschlagen hatte.

Sein Frankfurter Pendant, Salzburgs ehemaliger Co-Trainer Niko Kovac, zog mit seiner Truppe am BVB vorbei auf Rang drei, sechs Zähler hinter den "Bullen". "Das schafft man nicht alle Tage", lobte Kovac, warnte aber sofort vor Übermut: "Wir werden nicht abheben."

Erkämpft

Bayern-Coach Carlo Ancelotti durfte nach den Niederlagen in Dortmund (0:1) und Rostow (2:3) wieder aufatmen "Es war eine gute Reaktion der Mannschaft nach einer schlechten Periode", sagte Ancelotti. "Wir sind dran an Leipzig, die eine fantastische Saison spielen, aber die Saison ist noch lang."

Eine Erfolgsmeldung durften die Bayern noch verkünden. Franck Ribery hat seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag um ein Jahr verlängert. Der Franzose bleibt mindestens bis zum 30. Juni 2018 beim deutschen Fußball-Meister. "Er ist Leistungsträger und Publikumsliebling zugleich. Wir sind deshalb glücklich, dass wir den Vertrag mit Franck um ein weiteres Jahr verlängern konnten", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Sonntag.

Seit Sommer 2007 bestritt Ribery, Freund und Teamkollege von ÖFB-Star David Alaba, für den FC Bayern 333 Pflichtspiele. "Ich bin sehr glücklich, ein weiteres Jahr für den FC Bayern spielen zu dürfen", sagte der 33-Jährige.

Die Dominanz der Guardiola-Münchner aber strahlt das Starensemble unter Ancelotti bei weitem nicht aus. "Der Sieg war keiner aus der Leckerbissenabteilung, sondern ein erkämpfter Sieg", sagte Mats Hummels. Ähnlich klang Hoeneß, der nach Spielende schnurstracks in die Mannschaftskabine eilte: "Wir kriegen nicht die Dominanz, dass wir den Gegner im Heimspiel beherrschen. Das ist vielleicht auch ein Zeichen von mangelndem Selbstvertrauen", mutmaßte der 64-Jährige.

Immer hinterher

Dieses dürfte im Abstiegskampf hingegen bei Augsburg wieder gestiegen sein. Die Truppe von Dirk Schuster rang Peter Stögers Köln ein 0:0 ab. Nicht zuletzt aufgrund einer starken Vorstellung von Innenverteidiger Martin Hinteregger, der den zwölffachen Kölner Saisontorschützen Modeste im Griff hatte. "Egal, wo er hingelaufen ist – ich bin immer hinterher", bemerkte der ÖFB-Teamspieler nach einem "sehr wertvollen" Remis, dank dem seine Mannschaft fünf Punkte über dem "Strich" liegt.

Für den HSV hingegen wird die Lage stetig prekärer, Trainer Markus Gisdol machte nach dem 2:2 gegen Werder Bremen immerhin einen Aufschwung aus. "Die gesamte erste Hälfte war einer der besten Auftritte", versicherte der Coach des Tabellenletzten. Zumindest offensiv durfte er zufrieden sein. "Wichtig ist, dass wir leben, dass wir da sind", betonte Doppel-Torschütze Michael Gregoritsch. Ein Sieg wäre dennoch dringend notwendig. Gisdol: "Natürlich brauchen wir mal einen Dreier: Jetzt müssen wir in Darmstadt einfach nachlegen." (APA, 27.11.2016)

  • Endlich wieder feiern.

    Endlich wieder feiern.

Share if you care.