BBC-Journalistin im türkischen Kurdengebiet festgenommen

26. November 2016, 22:19
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Hatice Kamer recherchierte für türkischsprachiges Programm über Minenunglück

Istanbul – Im kurdisch geprägten Südosten der Türkei ist eine Journalistin festgenommen worden, die für das türkischsprachige Programm der öffentlich-rechtlichen britischen Sendergruppe BBC und den Westdeutschen Rundfunk (WDR) arbeitet. Hatice Kamer sei festgenommen worden, als sie über ein Unglück in einer Kupfermine in der Region Siirt berichtet habe, berichtete BBC Türkce am Samstag auf seiner Website.

Bei dem Minenunglück in der mehrheitlich von Kurden bewohnten Region waren mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen, nach sechs Vermissten wird noch gesucht. Kamer habe versucht, mit Angehörigen der Bergleute in Kontakt zu treten, erklärte die BBC. Gründe für ihre Festnahme seien nicht mitgeteilt worden. Kamer ist laut BBC die Chefin einer Journalistenvereinigung im Südosten der Türkei.

Der Deutsche Journalistenverband (DJV) hat Kamers Festnahme verurteilt. Kamer habe bis zu ihrer Festnahme zu den ganz wenigen Kollegen gezählt, "von denen wir noch unabhängige Nachrichten aus dem Land bekommen haben", erklärte der DJV-Vorsitzende Frank Überall am Sonntag.

Der DJV forderte den WDR und die Bundesregierung auf, sich dafür einzusetzen, dass Kamer umgehend freigelassen werde. Der erneute Fall zeige, wie die türkische Regierung derzeit unliebsame Journalisten drangsaliere. (APA, dpa, 26.11.2016)

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