Zehn Altacher siegen in Mattersburg

26. November 2016, 20:24
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Mahop sichert glücklichen 2:1-Sieg in letzter Sekunde – die Vorarlberger bleiben ganz oben mit dabei, die Burgenländer Letzter

Mattersburg – Der SCR Altach hat in der Fußball-Bundesliga zumindest bis Sonntag die Tabellenführung übernommen. Die Vorarlberger feierten zum Auftakt der 16. Runde beim Schlusslicht SV Mattersburg einen sehr glücklichen 2:1-(1:0)-Erfolg. Den ersten Triumph im Pappelstadion überhaupt fixierte Louis Ngwat-Mahop erst in der 95. Minute. Der neue Leader hängte Sturm Graz vorerst um drei Punkte ab. Die Grazer können aber die Spitzenposition am Sonntag mit einem Sieg bei Rapid wieder zurückholen

Bei Mattersburg wird der Druck für Coach Ivica Vastic immer größer, auch da der Rückstand auf den Vorletzten SKN St. Pölten (2:1 in Ried) auf schon vier Punkte anwuchs.

Nach Toren von Nikola Dovedan (23.) bzw. Florian Templ (69.) waren die Mattersburger dem Sieg eigentlich näher. In der letzten Aktion stellte aber Mahop den Spielverlauf zugunsten der nach Gelb-Roter Karte für Nicolas Ngamaleu (45.+1/Unsportlichkeit) in der zweiten Hälfte in Unterzahl agierenden Altacher auf den Kopf. Im neunten Liga-Anlauf gab es für die Gäste zum ersten Mal in Mattersburg einen Sieg, die eigene ungeschlagene Serie konnte auf acht Partien ausgebaut werden. Unter Interimstrainer Werner Grabherr gab es vier Punkte aus zwei Spielen. Nach dem 1:1 gegen Sturm folgte der Premierensieg des 31-Jährigen.

Grabherr änderte bei den Altachern wenig, setzt auf Kontinuität. Zum zweiten Mal schickte er genau jene Elf zu Beginn aufs Feld, die auch Ex-Coach Damir Canadi, der als Spion auf der Tribüne saß, bei seiner letzten Partie, dem 5:1 gegen die Wiener Austria, aufgeboten hatte.

Altachs erster guter Konter führte fast zum Erfolg, Andreas Lienhart konnte aber gerade noch beim Abschluss gestört werden, der Ball ging drüber (13.). Mattersburg wurde aus dem Spiel heraus nicht gefährlich, sondern nur nach ruhenden Bällen. Am nächsten kam Templ einem Treffer, der Kopfball des anstelle des verletzten Patrick Bürger aufgebotenen Angreifers ging aber drüber (15.).

Da im Offensivspiel von beiden Seiten in der Folge wenig zu sehen war, war es nicht überraschend, dass der Führungstreffer aus einer Standardsituation fiel. Dovedan ließ mit einem perfekt über die Mauer geschossenen Freistoß aus mehr als 20 Metern Mattersburg-Tormann Markus Böcskör keine Chance (23.). Es war bereits Saisontor Nummer sechs für den U21-Teamspieler. Altach war auch in der Folge sehr passsicher, stand bombensicher und machte kaum Fehler. Einer hatte allerdings Folgen. Ngamaleu schoss nach einer Foulentscheidung mit der Hand den Ball weg und sah dafür regeltechnisch zurecht Gelb-Rote (45.+1).

Geschlagen mit eigener Waffe

Das spielte den Mattersburgern in die Karten, sie drückten nach dem Seitenwechsel auf den Ausgleich. Teamgoalie Andreas Lukse konnte in höchster Not vor dem kurz zuvor eingewechselten Barnabas Varga retten (67.). Zwei Minuten später war der Ex-Rapidler aber geschlagen. Nach einem Jano-Eckball und Maksimenko-Kopfball drückte Templ den Ball aus kurzer Distanz über die Linie – es war der siebente Treffer der Burgenländer nach Standards in Folge. Templ (79.), Varga (85.) und Markus Pink (87.) ließen in der Folge die Chance auf die Führung aus. Das rächte sich in letzter Sekunde. Der von einer Behandlungspause zurück aufs Feld geeilte Ngwat-Mahop traf per Kopf – nach einem Freistoß. (APA, 26.11. 2016)

Bundesliga (16. Runde):
SV Mattersburg – SCR Altach 1:2 (0:1)
Mattersburg, Pappelstadion, 1.900, SR Hameter.

Tore: 0:1 (23.) Dovedan (Freistoß), 1:1 (69.) Templ, 1:2 (95.) Ngwat-Mahop

Mattersburg: Böcskör – Farkas, Erhardt, Malic (66. Varga), Maksimenko – Jano, Sprangler – Höller, Röcher, Ibser (46. Perlak) – Templ (82. Pink)

Altach: Lukse – Zech, Netzer, Galvao – Lienhart, Ngwat-Mahop, Jäger, Prokopic (89. Ortiz), Schreiner (68. D. Luxbacher) – Dovedan (66. Oberlin), Ngamaleu

Gelb-Rote Karte: Ngamaleu (45.+1/Unsportlichkeit)

Gelbe Karten: Röcher, Höller, Sprangler

Stimmen

Ivica Vastic (Mattersburg-Trainer): "Natürlich sind wir enttäuscht, wenn wir in der letzten Sekunde verlieren. Wir haben uns neutralisiert und Altach ist durch einen Freistoß in Führung gegangen. Wir haben erste Hälfte nicht genug Biss gezeigt. In der zweiten Hälfte waren wir besser, aktiver und haben viel Druck ausgeübt. Es waren genug Chancen auf den Sieg da, wir wurden aber in der letzten Sekunde bestraft. Das zweite Tor hätte fallen müssen, dann wäre alles anders gewesen."

Werner Grabherr (Altach-Trainer): "In der ersten Hälfte waren wir sehr dominant, durch den Ausschluss haben wir uns selbst geschwächt. In der zweiten Hälfte waren wir ein bisschen zu passiv. Auch bei den Kopfbällen waren wir zu passiv und in der Rückwärtsbewegung war es schwer, sie zu verteidigen. Mattersburg ist immer wieder zu gefährlichen Chancen gekommen. Mit der Standardsituation haben wir uns aber selbst belohnt."

  • Nicolas Moumi Ngamaleu muss das Feld verlassen, Altach siegt in Mattersburg trotzdem.
    foto: apa/punz

    Nicolas Moumi Ngamaleu muss das Feld verlassen, Altach siegt in Mattersburg trotzdem.

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