St. Pölten holt mit Sieg in Ried wichtige Punkte

26. November 2016, 17:56
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Lumu trifft in letzter Minute zum verdienten 2:1 für den SKN, der das Mittelfeld damit wieder ins Blickfeld bekommt

Ried im Innkreis – Der SKN St. Pölten feierte zum Auftakt der 16. Runde der Fußball-Bundesliga am Samstag einen 2:1-Sieg in Ried und kam damit dem Tabellen-Siebenten aus dem Innviertel bis auf drei Punkte nahe. Das Team von Interims-Trainer Jochen Fallmann setzte damit seinen Aufwärtstrend fort, ist nun drei Partien unbesiegt, holte dabei zwei Siege.

Daniel Petrovic (53.) und Jeroen Lumu (90.) sorgten mit ihren Toren dafür, dass die Niederösterreicher in drei Runden mehr Siege gefeiert haben als im gesamten Saisonverlauf zuvor. Für die Rieder, die erstmals diese Saison nach einer 1:0-Führung verloren, war ein Treffer von Thomas Reifeltshammer (45.+2) zu wenig.

Die Gäste kamen ordentlich in die Partie, hatten in den ersten 20 Minuten die besseren Momente. Nach sehenswertem Zusammenspiel zwischen Alhassane Keita und Lukas Thürauer rettete Thomas Gebauer in höchster Not (13.), es blieb die einzige Torchance des SKN vor der Pause.

Die Rieder übernahmen zunehmend das Kommando, waren aggressiver, stark in den Zweikämpfen und auch gefährlich. David Stec rettete nach einem Möschl-Kopfball zur Ecke (24.). In der 38. Minute kam der von Michael Huber wohl auch leicht gefoulte Marcel Ziegl im Strafraum nicht richtig zum Abschluss, Thomas Vollnhofer konnte parieren. Eine gut angetragenen Zulj-Freistoß ging daneben (42.).

Unmittelbar vor dem Pausenpfiff belohnten sich die Hausherren aber doch für ihren höheren Aufwand. Nach einer Bergmann-Freistoßflanke köpfelte Reifeltshammer ein (45.+2). St. Pölten zeigte also wieder Schwächen bei Standards des Gegners, zuletzt beim 2:2 gegen Mattersburg hatte man beide Gegentreffer nach ruhenden Bällen kassiert.

Dass dabei auch Ried anfällig ist, wurde gleich nach Wiederbeginn deutlich. Nach einem kurz abgespielten Corner und einer weiten Holzmann-Flanke auf die zweite Stange konnte Petrovic einköpfeln, Keeper Gebauer hatte sich verschätzt (53.). Ried konnte nun nicht mehr an die Leistung vor der Pause anschließen. St. Pölten war besser im Spiel, hatte aber auch Glück, dass Orhan Ademi alleine stehend vor Vollnhofer keine Goalgetter-Qualitäten zeigte (79.).

Traumhafte Entscheidung

In der Schlussphase spielten nur mehr die Gäste. Ein Lumu-Schuss wurde geblockt, beim Keita-Nachschuss war Gebauer auf dem Posten (82.). Unmittelbar nachdem der aktive Niederländer danebengeschossen hatte (85.), verfehlte auch der vom starken Keita ideal bediente Thürauer aus bester Position das Gehäuse (86.). Der Siegestreffer war dann ein ganz herrlicher: eine weite Vorlage von Martic, der man beinahe das Attribut Weltklasse verleihen möchte, verwandelte Lumu mit einem Flugkopfball präzise gegen die Laufrichtung Gebauers (90.). (APA, red, 26.11. 2016)

Bundesliga (16. Runde):
SV Ried – SKN St. Pölten 1:2 (1:0)
Ried, Keine Sorgen Arena, 2.549, SR Kollegger.

Tore: 1:0 (45.+2) Reifeltshammer, 1:1 ( 53.) Petrovic, 1:2 ( 90.) Lumu

Ried: Gebauer – Bergmann, Reifeltshammer, Özdemir, Chessa – Ziegl, P. Zulj – Möschl (78. Egho), Walch (55. T. Fröschl), Honsak (31. Elsneg) – Ademi

St. Pölten: Vollnhofer – Dober (77. Martic), Huber, Petrovic, Stec – Schütz, Mader (23. Brandl), Ambichl, Holzmann (72. Lumu) – Keita, Thürauer

Gelbe Karte: Thürauer

Stimmen

Christian Benbennek (Ried-Trainer): "Heute bin ich zum ersten Mal richtig sauer. Wir waren ganz gut in der ersten Hälfte, haben umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben, aber wir machen daraus keine Tore. Das 1:0 war ein Standard, ein 0:0 zur Pause wäre vielleicht besser gewesen. Ich habe kein Verständnis für die Leistung in der zweiten Hälfte. Wir sind zwar schon lange in der Liga, aber immer noch ein Underdog, da musst du eine Sache immer auf den Platz bringen, nämlich Herz und Leidenschaft. Das hat uns St. Pölten in der zweiten Hälfte vorgemacht, sie haben uns gezeigt, wie man ein Spiel dreht und verdient gewonnen. Die zweite Hälfte können wir nicht so stehen lassen, solche Sachen muss man sofort abstellen."

Jochen Fallmann (St.-Pölten-Trainer): "In der ersten Hälfte sind wir gut ins Spiel gekommen, haben dann aber den Faden verloren. Ich bin mit dieser Leistung überhaupt nicht zufrieden, wir haben viele Fehler im Aufbau gemacht. Auch wenn es seltsam klingt, ich war sehr froh, dass das Gegentor vor der Halbzeit gefallen ist. Wir haben in der Pause ein, zwei Dinge umgestellt und nach dem Ausgleich dann ein anderes Gesicht gezeigt. Es war notwendig die Spieler aufzurütteln. Aufgrund der zweiten Hälfte war der Sieg verdient."

  • Thomas Bergmann (Ried) und Marcel Holzmann (St. Pölten) symbolisieren das kampfbetonte Match im Innviertel ordentlich.
    foto: apa/expa/eisenbauer

    Thomas Bergmann (Ried) und Marcel Holzmann (St. Pölten) symbolisieren das kampfbetonte Match im Innviertel ordentlich.

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