Rapid hofft auf Sieg gegen Sturm

26. November 2016, 14:38
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Canadi will in erstem Heimspiel als Rapid-Coach Sieg gegen Spitzenreiter und warnte vor Qualitäten der Steirer

Wien – Nach zuletzt drei Pflichtspiel-Niederlagen in Folge wäre es für Rapid an der Zeit, in die Erfolgsspur zurückzukehren. Die erste Gelegenheit dazu bietet sich am Sonntag (16.30 Uhr/live ORF eins) im Heimspiel gegen den Bundesliga-Tabellenführer Sturm Graz.

Zehn Punkte fehlen den fünftplatzierten Hütteldorfern bereits auf die Steirer – daher wäre für die Gastgeber wohl schon ein Unentschieden zu wenig, wie auch Trainer Damir Canadi bestätigte. "Für uns ist das ein Sechs-Punkte-Spiel. Wir möchten den Abstand auf die Tabellenspitze bis zur Winterpause noch reduzieren", sagte der Wiener.

Premiere

Seit seinem Amtsantritt setzte es für Canadi Auswärts-Niederlagen gegen Red Bull Salzburg und KRC Genk. Nun wartet auf den 46-Jährigen das erste Match als Rapid-Coach im Allianz Stadion, das gegen Sturm wohl nahezu ausverkauft sein wird. "Das kann uns sehr helfen. Wir wollen vor einem vollen Haus drei Punkte mitnehmen", erklärte der frühere Altach-Betreuer.

Über die Grazer ist der neue Rapid-Trainer bestens informiert. Canadi analysierte die "Blackys" erst vor wenigen Wochen genau, weil nach der Länderspielpause das Duell zwischen Altach und Sturm auf dem Programm stand. Dann aber folgte sein Wechsel von den Vorarlbergern zum Rekordmeister und das Aufeinandertreffen mit Franco Foda, gegen den Canadi seit sechs Partien sieglos ist, wurde um eine Woche verschoben.

An den Qualitäten der Steirer, die seit fünf Pflichtspielen auf einen Erfolg warten, hat sich seither freilich nichts geändert. "Sie sind sehr kompakt, kompromisslos in der Defensive und nach vorne immer gefährlich", meinte Canadi und hob besonders Uros Matic, Deni Alar und Bright Edomwonyi hervor.

Aufwärtstrend

Trotz aller Warnungen vor dem Gegner stimmt Canadi ein gewisser Aufwärtstrend seiner Mannschaft optimistisch. "Die Leistung in Genk war in Ordnung. Das ist eine gute Basis, aber wir sind bei weitem noch nicht zufrieden. Jetzt müssen wir schauen, dass wir uns das Glück wieder erarbeiten und noch einen Schritt nach vorne kommen", forderte der Coach.

Mit welcher Aufstellung dies gelingen soll, ließ Canadi offen. Kapitän Mario Sonnleitner fehlt wegen einer Sperre, ansonsten dürften sich die Änderungen im Vergleich zum 0:1 in der Europa League am Donnerstag in Belgien in Grenzen halten. "Wenn man zu viel rotiert, besteht die Gefahr, dass der Rhythmus verloren geht", betonte Canadi.

Sein Club ist gegen Sturm Graz seit zehn Liga-Heimspielen und insgesamt zehn Meisterschaftspartien ungeschlagen, holte aber aus den jüngsten sieben Runden nur einen Sieg. Außerdem warten die Grün-Weißen im Allianz Stadion schon seit vier Bewerbsmatches auf einen vollen Erfolg.

Sturm ist vorbereitet

Sturm-Coach Franco Foda verfolgte Rapids Auftritt am Donnerstag in der Europa League bei KRC Genk via TV genau. "Sie haben ihr System umgestellt, wir werden darauf vorbereitet sein", sagte der Deutsche. Dass die Wiener aktuell nicht in Topform agieren, ist auch Foda nicht verborgen geblieben. "Auch wenn sie im Moment keine gute Phase haben, haben sie riesige Qualität und einen sehr guten Kader. Und angeschlagene Mannschaften können immer gefährlich sein", warnte der Sturm-Coach.

Seine Elf soll dafür sorgen, dass die wohl wieder mit drei Innenverteidigern beginnenden Rapidler neuerlich kein Selbstvertrauen tanken. "Es wird wichtig sein, dass wir mutig, aktiv und entschlossen sind. Der Gegner muss wissen, dass wir da sind. Und wir müssen kühlen Kopf bewahren", forderte Foda. Die Grazer konnten trotz einer Serie mit zwei Niederlagen (0:2 bei Austria, 1:2 gegen St. Pölten) und zwei Remis (2:2 gegen Mattersburg, 1:1 in Altach) die Tabellenführung verteidigen. "Das Spiel nach vorne hätte besser sein können. Wir waren im Spielaufbau nicht schnell genug, hatten wenig Passqualität nach vorne", blickte Foda noch einmal auf die Altach-Partie zurück.

Das Offensivspiel funktioniert aktuell nicht mehr so wie in der besten Saisonphase. In den jüngsten vier Partien gab es nur vier Tore, Topstürmer Deni Alar ging zuletzt dreimal leer aus. "Er hat bis jetzt eine sehr gute Saison gespielt. Es gibt Phasen, da treffen Stürmer das Tor, aber es gibt auch Phasen, wo sie weniger treffen", hat Foda keine Bedenken. Für den 26-Jährigen sei es nun wichtig, ruhig zu bleiben. "Er weiß, dass sein Trainer an ihn glaubt, er wird er auch wieder seine Tore erzielen", ist sich der Sturm-Coach sicher. (APA, 25.11.2016)

Technische Daten und mögliche Aufstellungen:

SK Rapid Wien – SK Sturm Graz (Wien, Allianz Stadion, Sonntag, 16.30 Uhr/live ORF eins, SR Schüttengruber). Bisheriges Saisonergebnis: 1:1 (a). 2015/16: 2:2 (a), 2:1 (h), 2:0 (a), 2:0 (h)

Rapid: Strebinger – Pavelic, M. Hofmann, Schößwendter, Dibon, Schrammel – Mocinic, Schaub, Wöber – Traustason, Kvilitaia

Ersatz: Knoflach, Gartler, Novota – Thurnwald, Malicsek, Grahovac, Szanto, Jelic, Schobesberger, Joelinton

Es fehlen: Sonnleitner (gesperrt), Murg (Bändereinrisse im Knöchel), Schwab (Knöchelbruch), Auer (Bänderriss im Knöchel), S. Hofmann (Muskelbündelriss im Adduktorenbereich)

Fraglich: Grahovac (Fersenprobleme)

Sturm: Gratzei – F. Koch, Spendlhofer, Schulz, Lykogiannis – Jeggo, Matic – Hierländer, Alar, Schmerböck – Edomwonyi

Ersatz: Lück – Potzmann, M. Stankovic, S. Lovric, P. Huspek, Zulechner, Kienast

Es fehlen: Schoissengeyr (gesperrt), Horvath, Piesinger (im Aufbautraining)

Fraglich: Potzmann (angeschlagen)

  • Wien gegen Graz.
    foto: apa/scheriau

    Wien gegen Graz.

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