Missbrauchsskandal erschüttert England

25. November 2016, 17:49
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Mehrere ehemalige Fußballer betroffen – Rooney rief weitere Missbrauchsopfer dazu auf, nicht länger zu schweigen

London – Der britische Fußball ist laut einem Bericht des Senders BBC von einem Missbrauchsskandal betroffen. Mehrere ehemalige Fußballer sagten in der BBC, dass sie als Kinder oder Jugendliche in Vereinen Opfer sexueller Übergriffe geworden seien. Die Auftritte der Ex-Spieler waren zum Teil sehr emotional. Einige der Männer kämpften mit den Tränen.

Einer von ihnen war der ehemalige Sheffield-United-Profi Andy Woodward, der den Skandal vor einer Woche losgetreten hatte. Der 43-Jährige berichtete, im Alter von 11 bis 15 Jahren von einem Trainer sexuell missbraucht worden zu sein. Die Übergriffe seien beim Klub Crewe Alexandra geschehen, der als Talentschmiede im englischen Fußball gilt und derzeit in der vierten Liga spielt.

Der Trainer wurde unter anderem bereits 1998 zu neun Jahren Haft verurteilt. Woodward, der in den 90er-Jahren gegen ihn aussagte, blieb damals anonym und äußerte sich jetzt erstmals öffentlich. Er wolle anderen ehemaligen Spielern Mut machen, seinem Beispiel zu folgen.

Mittlerweile kündigte der Premier-League-Verein Manchester City Untersuchungen an, nachdem zwei seiner ehemaligen Spieler von Missbrauchsfällen berichtet hatten. Bei den beiden handelte es sich um die späteren englischen Nationalspieler David White (50) und Paul Stewart (52). Der Klub hatte nach eigenen Angaben in den 80er-Jahren Verbindungen zu dem von Woodward belasteten Trainer. "Der Klub wird genau untersuchen, welche Zusammenhänge es gibt", hieß es.

Der Kapitän der englischen Nationalmannschaft, Wayne Rooney, rief am Freitag mögliche weitere Missbrauchsopfer auf, nicht länger zu schweigen. "Es ist wichtig, dass die Leute wissen, dass es okay ist, darüber zu reden, es Hilfe gibt und sie nicht im Stillen leiden müssen", erklärte der Star von Manchester United. "Es ist schrecklich, dass einige meiner Kollegen auf diese Weise gelitten haben, als sie den Sport spielten, den ich und sie lieben." (APA/dpa, 25.11.2016)

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