Bulgariens Premier sieht Terrorgefahr durch Flüchtlinge

25. November 2016, 17:28
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Hunderte von Festnahmen nach Lagerkrawallen

Sofia/Athen – Der amtierende bulgarische Regierungschef Boiko Borissow hat randalierende Flüchtlinge in einem Aufnahmelager nahe der Grenze zur Türkei mit islamistischen Terroristen in Verbindung gebracht. "Wo solche schweren Ausschreitungen vorkommen, gibt es gewöhnlich immer einen Terrorakt. Es werden schlafende Zellen geweckt", behauptete Borissow in einem Gespräch mit dem bulgarischen Fernsehsender bTV.

Innenministerin Rumjana Batschwarowa gab am Freitag an, die Situation im Aufnahmelager in Harmanli im Süden Bulgariens sei seit dem Morgen wieder unter Kontrolle. 240 Insassen seien wegen Vandalismus festgenommen worden, sagte die Ministerin, weitere Festnahmen würden folgen. Später kursierte die Zahl von 400 Flüchtlingen in Polizeigewahrsam. Fünf von ihnen sollten wegen "Bedrohung der nationalen Sicherheit" sofort abgeschoben werden.

An den Krawallen im Lager in Harmanli sollen vorwiegend Migranten aus Afghanistan beteiligt gewesen sein. Die Auseinandersetzung begann am Donnerstag offenbar wegen einer Ausgangssperre, die von der Lagerleitung verhängt worden war; zur Begründung hieß es, "exotische Krankheiten" würden von den Flüchtlingen verbreitet. In Harmanli, dem größten Aufnahmelager im Balkanland, sind rund 3000 Menschen untergebracht.

Die Migranten würden nicht die Gastfreundschaft Bulgariens respektieren, sagte Borissows Koalitionspartner, der Chef der rechtsgerichteten Patriotischen Front, Krasimir Karakatschanow. In Bulgarien stehen im Frühjahr vorgezogene Wahlen an. (mab, 25.11.2016)

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