"Polizeiruf 110": Der Charme des Nichtbayern

26. November 2016, 16:50
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Angst, Raserei und Verständnisschwierigkeiten zwischen Süd- und Andersdeutschen verhandelt dieser Fall

Hanns von Meuffels ist es schon besser gegangen. Am Münchner Revier empfängt den adeligen Ermittler ungebremster Bayerncharme, in der Wohnung der Schlagbohrer, vor der Tür eine verwirrte Frau. Die Renovierungsarbeiten werden das geringere Übel sein.

Sie werde observiert, er müsse helfen, sagt Julia Wendt (Judith Engel) dem Kommissar (Matthias Brandt) im "Polizeiruf 110" am Sonntag, 20.15 Uhr, ARD. Regie führte Hermine Huntgeburth, das Drehbuch schrieben Holger Karsten Schmidt und Volker Einrauch.

"Sie" seien hinter ihr her, stottert die verängstigte Wendt. Es gehe um eine "Liste", die "sie" unbedingt haben wollen. Es gehe um Schwarzgeld in der Schweiz. Wie sie es sagt – verschwörerischer Blick, nervöser Flüsterton, hektisches Um-sich-Blicken – wirkt für Meuffels verwirrt. Vor fünf Jahren hatte er sie verhaftet, die Strafe saß sie in der Psychiatrie ab. Jetzt ist sie frei, aber offenbar noch nicht fertig mit der Vergangenheit. Wie Meuffels auch. Schon bald hat der zunächst Ungläubige mächtige Männer gegen sich und damit ein großes Problem.

Meuffels Fehler

Angst, Raserei und Verständnisschwierigkeiten zwischen Süd- und Andersdeutschen verhandelt dieser Fall. Dass er nicht reine Durchschnittsware ist, bleibt dem Könner Brandt zu verdanken, der über so manche Drehbuchschwäche hinwegblicken lässt.

Wer einen Verdächtigen stellen will, ist zum Beispiel nicht gut beraten, ihm aus 200 Meter Entfernung "Stehen bleiben!" zuzurufen, weil das für gewöhnlich das genaue Gegenteil bewirkt. Noch ein, zwei weitere Fehler wird Meuffels machen und am Ende um eine Erkenntnis über den Zustand der Welt reicher sein. Weit haben sie es gebracht. (Doris Priesching, 26.11.2016)

"Polizeiruf 110" am Sonntag in der ARD

  • Schon bald hat der zunächst ungläubige Kommissar mächtige Männer gegen sich und damit ein großes Problem.
    foto: br/hendrik heiden

    Schon bald hat der zunächst ungläubige Kommissar mächtige Männer gegen sich und damit ein großes Problem.

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