Streik bei Lufthansa: First Class für den Schlichter

Kommentar25. November 2016, 17:10
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Die verfahrene Situation ist unerträglich

Für Reisende ist das natürlich hart. Von einem Tag auf den anderen haben die Piloten der Lufthansa angekündigt, weiterhin zu streiken. Es ist ein nervenaufreibender und kostenintensiver Arbeitskampf, der sich da abspielt. Kaum jemand kann noch nachvollziehen, welche Nuancen von Angeboten gerade auf dem Tisch liegen. Natürlich ist es einfach, mit dem Finger genervt auf die "gierigen" Lufthansa-Piloten zu zeigen.

Ganz unrichtig ist es auch nicht, fühlen sie sich doch nach wie vor als die Elite einer Berufsgruppe, deren Erscheinungsbild sich stark gewandelt hat. Der Pilot hatte früher auch pekuniären Sexappeal. Heute jedoch, da Fliegen dank der in Deutschland stark vertretenen Billiglinien den Status von Busfahren hat, wird viel weniger gezahlt.

Diesen Teil der Realität blenden die streikenden Piloten jedoch aus. Allerdings muss man auch dem Management Vorwürfe machen. Ganz offensichtlich schafft es Lufthansa-Chef Carsten Spohr nicht, seinen Beschäftigten die Notwendigkeit des Sparens klarzumachen.

Und wenn es im Konzern mehr Geld für die Vorstände gibt, dann ist es auch schwierig, den Piloten das Sparen schmackhaft zu machen. Die verfahrene Situation jedenfalls ist unerträglich. Es leiden die Passagiere, es leidet der Konzern – und das werden auch die Piloten zu spüren bekommen. Höchste Zeit, dass man einem Schlichter ein First-Class-Ticket nach Frankfurt zu Verhandlungen ausstellt. (Birgit Baumann, 25.11.2016)

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