Bayern gegen Bayer um Frustbewältigung

25. November 2016, 16:36
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Ancelotti will Stimmung in München heben und Mannschaft "in Spur bringen" – Augsburg baut gegen Köln auf "harten Hund" Hinteregger – Nordderby zwischen HSV und Bremen im Zeichen des Abstiegskampfes

München – Beim FC Bayern ist die Laune nach den jüngsten Auftritten in der Liga und Champions League im Keller. "Wir haben drei, vier Jahre so eine Situation nicht gehabt. Jetzt haben wir sie!", erklärte der selbst unter Kritik stehende Jerome Boateng nach dem 2:3 in Rostow. Aus dem Bundesliga-Topspiel gegen Bayer Leverkusen am Samstag (18.30 Uhr) ist für die Münchner ein echtes Druckspiel geworden.

Roger Schmidt warnt vor angeschlagenen Bayern

Erstmals seit Mai 2015 verloren die Bayern zwei Pflichtspiele hintereinander, am vergangenen Samstag hatte man nach einem 0:1 in Dortmund die Tabellenführung an RB Leipzig verloren. Leverkusen geht nach der Qualifikation für das Champions-League-Achtelfinale mit großem Selbstvertrauen ins Spiel. Trainer Roger Schmidt wollte die Rückschläge beim Gegner "nicht überbewerten. Die Bayern sind zusätzlich motiviert durch die Situation."

In München drückt das Gefühl, nicht mehr unantastbar zu sein, aufs Gemüt. "Noch ist nichts Dramatisches passiert", sagte Kapitän Philipp Lahm nach der Niederlage in Russland. "Aber wir müssen Dinge einfach ändern", mahnte die Führungskraft energisch. Der Abwärtstrend nach dem Traumstart mit acht Pflichtspielsiegen unter Trainer Carlo Ancelotti lässt Zweifel aufkommen, dass die bis Weihnachten ausgerufene Jagd auf Leipzig von Erfolg gekrönt sein wird.

Alaba zurück in Startelf

Ancelotti übernahm die "volle Verantwortung" und verkündete: "Ich muss die Mannschaft so schnell wie möglich wieder in die Spur bringen." Gegen Leverkusen wird der in Rostow geschonte David Alaba wieder in die Start-Elf zurückkehren. Der ÖFB-Star wird auf seine Nationalteamkollegen Julian Baumgartlinger, Aleksandar Dragovic und Ramazan Özcan treffen. Zum Einsatz kam zuletzt aber nur Mittelfeldmann Baumgartlinger.

Leverkusen ist ebenfalls auf Punkte angewiesen. Nach der 2:3-Heimniederlage gegen Leipzig liegt Bayer nur auf Rang neun, elf Zähler hinter dem Spitzenreiter und acht hinter den Bayern. Schmidt stellte sich auf "das schwerste Spiel, was man sich vorstellen kann" ein. "Sie verfügen über soviel Erfahrung und sind deshalb in der Lage, sich zu besinnen und eine Topleistung zu liefern", warnte der ehemalige Salzburg-Coach.

Köln vs. Augsburg

Die drei Zähler hinter Bayern liegenden Dortmunder sind bei Eintracht Frankfurt im Einsatz. Vor dem Duell sind der Dritte Dortmund und der Siebente Frankfurt punktegleich. Im Spitzenfeld mit mischt auch Peter Stöger mit dem 1. FC Köln. Der Vierte tritt daheim gegen Augsburg an. Bei den Gästen will Martin Hinteregger trotz eines in der Vorwoche erlittenen Nasenbeinbruchs mit einer Schutzmaske einlaufen und Kölns Torjäger Anthony Modeste stoppen. "Martin hat sich freiwillig gemeldet", sagte Augsburgs Trainer Dirk Schuster. "Er ist ein harter Hund. Er schont sich und den Gegner nicht."

Abstiegsduell HSV vs. Werder

Das 105. Nordderby steht indes wieder ganz im Zeichen des Abstiegskampfes. Auf der einen Seite der noch sieglose Tabellenletzte aus Hamburg mit drei Punkten auf dem Konto, auf der anderen Seite die Bremer, die nach zuletzt vier Niederlagen auf dem Relegationsrang 16 stehen. Für beide Klubs soll das Duell am Samstag im Hamburger Volksparkstadion der Wendepunkt in der laufenden Saison werden. (APA/dpa, 25.11.2016)

Programm der 12. Runde:

Samstag:
1. FC Köln (Trainer Stöger) – FC Augsburg (Hinteregger, Teigl)
Mönchengladbach – 1899 Hoffenheim
Eintracht Frankfurt (Lindner) – Borussia Dortmund
FC Ingolstadt (Suttner, Hinterseer) – VfL Wolfsburg
Hamburger SV (Gregoritsch) – Werder Bremen (Junuzovic, Grillitsch, Kainz)
Bayern München (Alaba) – Bayer Leverkusen (Baumgartlinger, Dragovic, Özcan, 18.30)

Sonntag:
Schalke 04 (Schöpf) – SV Darmstadt (15.30)
Hertha BSC – Mainz (Onisiwo, 17.30)

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