"Planet Coaster" im Test: Achterbahnfahrt mit vielen Höhen und Tiefen

27. November 2016, 11:00
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Vergnügungspark-Simulator mit Stärken bei Grafik und Gestaltungsmöglichkeiten, jedoch Schwächen beim Management

Vierzehn Jahre lang mussten Fans der Vergnügungspark-Simulation "Rollercoaster Tycoon" auf einen Nachfolger warten. Umso enttäuschender dürfte für viele gewesen sein, dass mit "Rollercoaster Tycoon World" der vierte Teil der Serie unfertig, fehlerhaft und lieblos veröffentlicht wurde. Die vertane Chance machte sich allerdings das Entwicklerstudio Frontier Developments zunutze, das bereits "Rollercoaster Tycoon 3" produziert hatte. 2015 angekündigt, wurde von den britischen Entwicklern nun "Planet Coaster" fast zeitgleich mit "Rollercoaster Tycoon World" veröffentlicht. Vorweg kann verraten werden, dass sich "Planet Coaster" deutlich gegen die direkte Konkurrenz durchsetzt, doch wie spielt sich der inoffizielle Nachfolger der eingeschlafenen Wirtschaftssimulationsserie?

Bekannter Einstieg, bekannte Möglichkeiten

Bereits der Einstieg in das Spiel wirkt aufgrund der bekannten Spielmodi allzu vertraut. Im Karriere-Modus kann man sich schrittweise als aufstrebender Parkdirektor einen Namen machen, im Sandbox-Modus einfach ohne finanziellen Druck drauf losbauen und bei den Herausforderungen unterschiedlich schwere Ziele verfolgen. Die genannten Modi eint, dass dem Spieler insgesamt 28 Achterbahnen zur Verfügung stehen, daneben gleichermaßen viele stationäre Attraktionen und Transportmittel. Ferner gilt es auch, den Hunger und Durst der Gäste zu stillen, hierfür bieten sich Restaurants oder Getränkestände an. Nicht zuletzt hat man mit einer riesigen Auswahl an unterschiedlichen Dekos die Möglichkeit, den Park zu verschönern und ihm einen gewissen Charme zu verleihen.

Komm, bau dir eine Achterbahn zusammen

Besonders gelungen ist der Achterbahnbau-Modus. Innerhalb kürzester Zeit ist die eigene Achterbahn fahrfertig, was allerdings nicht bedeuten muss, dass diese von den Besuchern angenommen wird. Zwar kann man sich komplett austoben, stimmen bei der ersten Testfahrt die Werte nicht, meiden die Gäste die Achterbahn, auch wenn noch so viel Herzblut in die Kreation geflossen ist. Ungeduldige können hingegen auf vorgefertigte Bahnen zurückgreifen, die im Laufe des Spiels erforscht werden. Zudem sind weitere Achterbahnen mittels Steam Workshop verfügbar. Dort stellen andere Spieler ihre Werke hinein, und nach wenigen Klicks landen diese im eigenen Park.

Gestalten ist alles, managen ist nichts

Dies widerspricht allerdings dem obersten Spielprinzip von "Planet Coaster", da es bei dem Game primär darum geht, dem eigenen Park mit den schier unendlichen Gestaltungsmöglichkeiten einen unverwechselbaren Charme zu verleihen. Bahn neben Bahn pflanzen und dabei ein bisschen mit den Requisiten herumspielen, ist zwar effektiv, auf längere Sicht allerdings langweilig. Bei "Planet Coaster" kommt der Management-Aspekt nämlich viel zu kurz. Es ist fast unmöglich, in Konkurs zu gehen oder in gröbere Schwierigkeiten zu gelangen. Dies nimmt dem Spiel einiges an Tiefe – und vor allem an Herausforderungen an den Spieler. Stundenlang kann an Bahnen gefeilt und der Park verschönert werden – Geldsorgen muss man sich dabei nicht machen.

Grafik, Sound und Performance

In puncto Grafik muss das Spiel allerdings außerordentlich gelobt werden. Die Parks sind nach einer gewissen Zeit wirklich schön anzusehen, verzaubern mit Detailverliebtheit und auch der Tag-Nacht-Wechsel gefällt. Kleiner Kritikpunkt ist hierbei, dass das Personal im Gegensatz zum Publikum immer gleich aussieht. Nach einer gewissen Zeit huschen etliche ident aussehende Hausmeister mit Schnauzer, grauen Haaren und Kappe durch den Park. Der Soundtrack des Games ist sehr gelungen und lässt die Spielstunden wie Minuten vorkommen. Bei der Performance gibt es nichts zu bemängeln, das Game läuft bei unserem Testsystem (AMD FX8350, R9 270X und 16 GB RAM) stabil bei maximalen Einstellungen in den Grafikoptionen.

planet coaster
Der Launch-Trailer zu "Planet Coaster".

Fazit

"Planet Coaster" dürfte für Fans der Serie ein zweischneidiges Erlebnis werden. Die einen werden sich über die schier endlosen Gestaltungsmöglichkeiten freuen und in stundenlanger Kleinstarbeit ihren Park gestalten und verschönern. Für managementaffine Spieler wird das Game allerdings eher enttäuschend sein, da Herausforderungen aufgrund des geringen Schwierigkeitsgrades wegfallen. Hier wurde einiges an Potenzial verschenkt und hinterlässt bei dem sonst starken Vergnügungspark-Simulator einen faden Beigeschmack. Man kann nur hoffen, dass "Frontier Developments" beim Gameplay nachbessert. Schöne Grafik und endlose Gestaltungsmöglichkeiten verzaubern einen in den ersten Spielstunden, laden nach einer gewissen Zeit allerdings nicht mehr zum Weiterspielen ein. Bei einer Serie, bei der sich Stunden zuvor wie Minuten anfühlten, kein gutes Zeugnis. (Daniel Koller, 27.11.2016)

"Planet Coaster" ist ab 0 Jahren für Windows erschienen. UVP: 37,99 Euro.

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Das Testmuster wurde vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

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