Neue Pisa-Ergebnisse werden am 6. Dezember vorgestellt

25. November 2016, 10:48
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Eigene Oberösterreich-Auswertung Anfang 2017

Wien – Zum bereits sechsten Mal werden am 6. Dezember die Ergebnisse einer Pisa-Studie vorgestellt. Insgesamt wurden dabei weltweit mehr als eine halbe Million 15-bis 16-jährige Schüler in 72 Ländern in den Disziplinen Lesen, Mathematik, Naturwissenschaften und – neu – "Kollaboratives Problemlösen" – getestet, in Österreich waren es etwa 8.000. Der Schwerpunkt lag diesmal auf den Naturwissenschaften.

Organisator der Studie ist wie immer die OECD, in Österreich wird sie vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) durchgeführt. Beim letzten Test lagen die österreichischen Schüler im damaligen Haupttestgebiet Mathematik mit 506 Punkten über dem OECD-Schnitt (494), beim Lesen mit 490 Punkten unter dem OECD-Mittelwert (496) und in den Naturwissenschaften (506) in etwa im OECD-Schnitt (501). Dominiert wurden die Ranglisten von den extra ausgewiesenen chinesischen Regionen Shanghai und Hongkong sowie Singapur, Taiwan, Südkorea und Japan. Bester europäischer Staat war in Lesen und Naturwissenschaften Finnland, in der Mathematik die Schweiz.

Nur am Computer durchgeführt

Erstmals wurde der Test im Vorjahr in Österreich – wie auch im Großteil der anderen Teilnehmerländer – ausschließlich am Computer durchgeführt (bisher: Computer oder Testhefte). Und es gibt neben den bisherigen Disziplinen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften ein neues Testfeld. Hinter dem "Kollaborativen (Gemeinschaftlichen) Problemlösen" (dessen Ergebnisse aber erst 2017 präsentiert werden) steckt der Versuch, auch soziale Kompetenzen zu erheben.

Dabei werden etwa Aufgaben gestellt, die in einen Chat eingebettet sind. Dort sollen die Schüler mit drei bis vier virtuellen Kollegen zum Beispiel eine Willkommensveranstaltung für Austauschschüler planen bzw. organisieren. Diskutiert werden dabei via Chat verschiedene Lösungen. Dabei sind stets mehrere Antwortmöglichkeiten auf die Unterhaltung vorgegeben – je nachdem, welche ausgewählt wird, reagieren die virtuellen Schüler mit ihrer Antwort darauf und die Unterhaltung entwickelt sich in eine bestimmte Richtung.

Ziel ist es zu erheben, wie gut sich die Schüler in einen Prozess einbringen und mit anderen Personen zusammenarbeiten, um eine Aufgabenstellung zu bewältigen, indem sie die Situation analysieren und so ein gemeinsames Verständnis aufbauen. Haupttestfeld waren aber zum zweiten Mal nach 2006 die Naturwissenschaften: Das bedeutet, dass rund die Hälfte aller Aufgaben aus diesem Gebiet stammten und die Naturwissenschaften als einziges Testfeld von allen teilnehmenden Schülern bearbeitet wurden. Aus welchen der anderen drei Bereiche die Schüler darüber hinaus Aufgaben erhielten, hing von der Testversion ab.

Holpriger Anlauf

Der Anlauf zu Pisa 2015 war übrigens etwas holprig: Aufgrund eines von der damaligen Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) verhängten Teststopps konnte 2014 kein für die Teilnahme am Haupttest notwendiger Feldtest durchgeführt werden. Erst nach Aufhebung der Sperre wurde der Feldtest im Frühling 2015 abgehalten, die Haupterhebung rückte deshalb in den Herbst 2015.

Das ist für Pisa allerdings nicht ungewöhnlich: Die meisten Staaten der südlichen Hemisphäre testen ebenfalls im Herbst, in Europa etwa auch Großbritannien. Um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten, wurde eine andere Schüler-Stichprobe getestet, als es im Frühjahr der Fall gewesen wäre – nämlich mit einem anderen Zeitfenster für den Geburtstag, damit alle getesteten Schüler zum Zeitpunkt der Erhebung zwischen 15 Jahren und drei Monaten sowie 16 Jahren und zwei Monaten alt sind.

Oberösterreich erhält – wie zuletzt Tirol und Vorarlberg 2009 – eine eigene Bundesländer-Auswertung. Deshalb wurde die Stichprobe erweitert, womit allein im Land ob der Enns rund 2.500 Schüler aus 90 Schulen teilnahmen. Die Oberösterreich-Ergebnisse werden aber nicht am 6. Dezember präsentiert, sondern erst Anfang 2017. (APA, 25.11.2016)

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