Haselsteiner würde "Präsidenten Hofer" nicht nach Erl einladen

25. November 2016, 07:04
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Sollte das Land Tirol ihn trotzdem "zwingen", würde er als Festspielpräsident zurücktreten

Innsbruck/Erl – Der Unternehmer Hans Peter Haselsteiner würde einen Bundespräsidenten Norbert Hofer nicht zu den Festspielen Erl einladen. "Nicht, solange ich Präsident der Festspiele bin", sagte der Van-der-Bellen-Unterstützer am Donnerstag der APA. Wenn das Land Tirol ihn trotzdem dazu zwinge, würde er seine Präsidentschaft zurücklegen, so Haselsteiner.

Er halte die Festspiele, die das Völkerverbindende betonen, europäisch sein wollen und sich das auf die Fahnen geschrieben haben, für so symbolträchtig, dass er sie einem Besuch Hofers "nicht aussetzen" wolle, erklärte der Strabag-Großaktionär und Ex-Konzernchef. Er bekenne sich zwar selbstverständlich zu den demokratischen Spielregeln, das heiße aber nicht, dass er jedes demokratische Ergebnis goutieren müsse, fügte er hinzu.

"Ich möchte diese Begegnung nicht, sie wäre aber zwangsläufig vorhanden, weil ich Gastgeber bin", sprach Haselsteiner einen möglichen Auftritt Hofers als Bundespräsident bei den Festspielen an. Er persönlich sei diesbezüglich zu wenig tolerant und "könnte es einfach nicht". "Also mein Gast wird Hofer nicht werden", stellte der Unternehmer fest, der mit seiner "Nein zum Öxit"-Kampagne derzeit gegen den FPÖ-Kandidaten mobil macht.

"Mit Hirn wählen"

Bisher hatte Haselsteiner als Festspielpräsident den jeweils amtierenden Bundespräsidenten zur Eröffnung eingeladen. Der Wähler müsse am 4. Dezember entscheiden, ob er "so eine Art Politiker" in der Hofburg haben wolle. "Hin und wieder darf man nicht mit Emotionen wählen und sagen, der ist so nett und so lieb und am Stock geht er auch noch. Hin und wieder muss man mit Hirn wählen", betonte Haselsteiner. Man müsse lesen, was Hofer gesagt, geschrieben und herausgegeben habe und sich dann dafür entscheiden, was gut für das Land sei, meinte der frühere Strabag-Chef und Ex-Liberales Forum-Politiker.

Angesprochen auf die Aussage von FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl, wonach Haselsteiner ein "Oligarch mit unklarem Wohn- und Steuersitz" sei, meinte der Bauindustrielle, dass es sich dabei nur um die "typischen Verdächtigungen" handle, die in den Raum gestellt würden. Dabei verhalte es sich ähnlich wie bei den Vorwürfen gegen Van der Bellen hinsichtlich der angeblichen Nazi-Vergangenheit von dessen Vater, so Haselsteiner, der von "Unwahrheiten" sprach.

Tirols FPÖ-Chef sieht Haselsteiner "außer Rand und Band"

Tirols FPÖ-Chef Markus Abwerzger sieht den Unternehmer Hans Peter Haselsteiner nach seiner Ankündigung, einen Bundespräsidenten Norbert Hofer nicht zu den Festspielen Erl einzuladen, "vollkommen außer Rand und Band". Besonders empörte Abwerzger eine Anspielung Haselsteiners auf Hofers körperliche Behinderung. Er forderte eine sofortige Entschuldigung des Industriellen.

"Der wildgewordene Dr. Hans Peter Haselsteiner" verunglimpfe den Dritten Nationalratspräsidenten wegen dessen schwerer Behinderung, kritisierte Abwerzger. "Das ist wirklich ein Tiefpunkt in der politischen Auseinandersetzung", so der Landesparteiobmann. "Erkrankungen und Behinderungen sollten eigentlich ein Tabu in politischen Auseinandersetzungen sein, doch dem ist anscheinend nicht mehr so. Die Grünen haben jeglichen Anstand über Bord geworfen", erklärte Abwerzger. Dies offenbare die Hilflosigkeit des Teams um Van der Bellen. Der Tiroler FPÖ-Chef forderte zudem eine Distanzierung Van der Bellens von der "kollektiven Wählerbeschimpfung durch Haselsteiner". (APA, 25.11.2016)

  • Unternehmer Haselsteiner würde einen Bundespräsidenten Norbert Hofer nicht zu den Festspielen Erl einladen: "Nicht so lange ich Präsident der Festspiele bin."
    foto: apa / hans klaus techt

    Unternehmer Haselsteiner würde einen Bundespräsidenten Norbert Hofer nicht zu den Festspielen Erl einladen: "Nicht so lange ich Präsident der Festspiele bin."

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