Großfahndung nach tödlichem Überfall auf französisches Altersheim

25. November 2016, 12:36
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54-Jährige erstochen – Keine Hinweise auf islamistisches Motiv

Paris – Nach dem tödlichen Überfall auf ein französisches Altersheim für katholische Missionare hat die Polizei am Freitag nach dem Täter gesucht. Der vermummte Mann war am Donnerstagabend mit einer abgesägten Flinte und einem Messer in das Heim in Montferrier-sur-Lez eingedrungen und hatte dort laut der Präfektur eine 54-jährige Angestellte erstochen.

Die Staatsanwaltschaft sah keine Hinweise auf ein terroristisches Motiv. Staatsanwalt Christophe Barret bekräftigte am Freitag, es gebe keinerlei Hinweis auf eine Verbindung zu islamistischem Terror. Die Motive des Täters seien derzeit noch unbekannt. Die Ermittler verfolgten aber vorrangig eine Spur, die auf einen Täter "aus der Region" hindeute. Nach seinen Angaben wurde in einem Fahrzeug in der Nähe des Wohnheims eine Waffenattrappe gefunden. Inzwischen sei ein etwa 45 Jahre alter Mann als Verdächtiger identifiziert worden, der in Montferrier-sur-Lez lebe, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Ermittlerkreisen.

Täter konnte flüchten

Eine Pflegerin hatte die Polizei alarmiert. Als die Sicherheitsbeamten eintrafen, fanden sie die tote Kollegin der Frau. Trotz eines nächtlichen Großeinsatzes, unterstützt von einem Hubschrauber, konnte der Gesuchte zunächst nicht gefasst werden. An den Straßen um den Tatort nahe Montpellier wurden Kontrollpunkte errichtet.

In dem Pensionistenheim leben rund 70 ehemalige Afrika-Missionare – Priester, Mönche und Laien. Die meisten der zum Teil gebrechlichen Bewohner wurden während des Einsatzes in Sicherheit gebracht.

"Unsere Gebete gelten der Frau"

Die katholische Kirche in Frankreich zeigte sich erschüttert über die Tat. "Unsere Gebete heute Nacht gelten der Frau, die bei diesem Angriff ihr Leben verloren hat", erklärte der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Olivier Ribadeau Dumas.

Ende Juli hatten zwei junge Jihadisten eine katholische Kirche bei Rouen gestürmt. Die beiden 19-Jährigen ermordeten den 85-jährigen Pater Jacques Hamel vor den Augen von fünf Gottesdienstbesuchern und verletzten einen 87-Jährigen schwer. Die Täter, die sich zum "Islamischen Staat" bekannten, wurden beim Verlassen der Kirche von der Polizei erschossen. Infolge des Anschlags wurden in ganz Frankreich die Sicherheitsvorkehrungen für Kirchen verstärkt. (APA, 25.11.2016)

  • Kontrollpunkt nahe dem Tatort.
    reuters

    Kontrollpunkt nahe dem Tatort.

  • Auch ein Hubschrauber war im Einsatz.
    reuters

    Auch ein Hubschrauber war im Einsatz.

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