1:2 – Austria verschenkt den Sieg und muss zittern

24. November 2016, 23:19
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Die Veilchen waren gegen Astra Giurgiu lange spielbestimmend und in Führung. Gelb-Rot für Grünwald leitete die Wende ein

Wien – Im Pub ein Bier trinken, im Fernsehen The Voice of Germany schauen, im Fußballstadion der Wiener Austria zuschauen. Nur drei von zahlreichen Möglichkeiten, wie man den Donnerstagabend verbringen konnte. 14.127 entschieden sich für die dritte Variante. Alleweil. Trotz sieben Grad Celsius, trotz leichten Nieselregens.

Schließlich ging es für die Austria um etwas. In ihrem vorletzten Europa-League-Gruppenspiel konnte sie schon den Aufstieg ins Sechzehntelfinale fixieren. Dazu benötigte sie einen Sieg gegen Astra Giurgiu, gleichzeitig sollte die AS Roma gegen Viktoria Pilsen zumindest ein Remis erreichen (die Römer gewannen 4:1). Die Hoffnung also war groß.

Torjäger Larry Kayode sagte vor der Partie: "Ich kann den Sieg schon riechen." Die erste Spielhälfte freilich verlief mau. Vielleicht hätte man doch Variante eins wählen sollen? Die Austria hatte zwar deutlich mehr Ballbesitz, kam aber zu keinen zwingenden Chancen. Es fehlte an der Kreativität, auch bei Astra. 41. Minute: Freistoß für die Rumänen, Sapunaru haut drüber. 44. Minute: Grünwald bedient Venuto im Strafraum – dem springt allerdings der Ball zu weit weg. So weit zu den Höhepunkten der ersten Hälfte.

Bergab

Die zweite Hälfte begann tatsächlich etwas flotter. Und siehe da, die 14.127 mussten doch nicht bereuen. 57. Minute: Lukas Rotpuller schoss unbedrängt aus zwei Metern Entfernung ein, 1:0.Giurgiu wurde jetzt angriffslustiger. Budescus Weitschuss (63.) ging knapp am Tor vorbei. Zwei Minuten später wurde Alexander Grünwald nach einem Foul vom Platz gestellt, die zweite Gelbe innerhalb von vier Minuten. Astra wurde dadurch eher nicht geschwächt. Budescu traf in Minute 73 die Stange. Fünf Minuten später war der eingewechselte Florea zur Stelle, nachdem Austria-Goalie Hadzikic den Ball abprallen ließ, 1:1.

Der Aufstieg war zumindest verschoben. 84. Minute: Hadzikic pariert einen Weitschuss von Alibec. Die Austria schwimmt. Es kommt noch schlimmer. Nach einem Filipovic-Foul im Strafraum gibt es Elfmeter für die Rumänen, Budescu (88.) verwertet. Beim 1:2 blieb es. Kayode lag falsch. Immerhin der Aufstieg ist für die Wiener noch möglich. Allerdings braucht es dafür einen Sieg in zwei Wochen in Pilsen und Schützenhilfe von Roma bei Giurgiu. (rie, 24.11.2016)

Europa League, Gruppe E, 5. Runde, Donnerstag

FK Austria Wien – FC Astra Giurgiu 1:2 (0:0)
Happel-Stadion, 14.100 Zuschauer, SR Raczkowski (POL)

Torfolge:
1:0 (57.) Rotpuller
1:1 (79.) Florea
1:2 (88.) Budescu (Foulelfmeter)

Austria: Hadzikic – Larsen, Rotpuller, Filipovic, Martschinko – Serbest, Holzhauser – Venuto (90. Tajouri), Grünwald, Pires – Kayode (90. Friesenbichler)

Giurgiu: Lung – Stan, Alves, Sapunaru, Oros (61. Florea), Morais – Seto, Mansaly (71. Lovin), Teixeira – Alibec, Budescu (93. Nicoara)

Gelb-rote Karte: Grünwald (65./Foulspiel)

Gelbe Karten: Friesenbichler bzw. Oros, Morais, Mansaly, Alves, Lovin, Sapunaru, Stan

  • Stimmen:

Thorsten Fink (Austria-Trainer): "Wir haben verloren, obwohl wir die klar bessere Mannschaft waren. Wir waren ganz nah dran. Heute hat die größere Erfahrung entschieden. Der Elfmeter war für mich überhaupt keiner – Körper gegen Körper. Das ist Europa League, da sind internationale erfahrene Teams, die alles ausnützen. Wir können (gegen Pilsen) frei aufspielen und zeigen, dass wir weiterkommen wollen. Astra muss erst gegen Roma gewinnen."

Petar Filipovic (Austria-Verteidiger): "Für mich war das kein Elfmeter."

  • Ärgerlich.
    foto: reuters/bader

    Ärgerlich.

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