0:1-Niederlage in Genk: Rapid ist raus

24. November 2016, 23:16
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Verbesserte Hütteldorfer verpassen Aufstieg. Belgier und Bilbao nach 3:2 gegen Sassuolo im Sechzehntelfinale

Genk – Damir Canadi hat so ziemlich alles über den Haufen geworfen. Nur vier Rapidler haben das haarsträubende 1:2 in Salzburg überstanden, Schrammel, Sonnleitner, Schaub und Joelinton gehörten auch der Startformation am Donnerstagabend in und gegen Genk an. Trainer Canadi hat nach seiner missglückten Premiere auch das System geändert, er versuchte es in der Europa League mit einer Dreierkette in der Abwehr (Dibon, Schösswendter, Sonnleitner). Es war also eine relativ flexible 3-5-2-Variante.

Dass Novota im Tor stand, verblüffte doch etwas, schließlich hatte Strebinger gegen Salzburg mit tollkühnen Paraden Schlimmeres verhindert. Rapid warf sich quasi in die Partie, das Engagement war nicht zu verbergen. 11. Minute: Konter der Belgier, Nastic flankt, Bailey springt ungefähr einen halben Meter höher als Schrammel, köpfelt den Ball an die Stange, den Abpraller verwertet Karelis zum 1:0.

Gute Ansätze

Rapid hat sich natürlich weiter bemüht, es fehlten allerdings Präzision, Selbstvertrauen, Klasse. 23. Minute: Joelinton verpasst Schaubs Hereingabe nur knapp, wäre das Bein des Brasilianers fünf Zentimeter länger, frage nicht. Zog Genk allerdings das Tempo an, wurde Rapid zwar nicht panisch, aber doch hektisch. 40. Minute: Schaub scheitert aus aussichtsreicher Position an sich selbst.

Die zweite Halbzeit begann mit einer kurzen Drangperiode des Gastgebers, Novota rettete vor dem Griechen Karelis (49.). 60. Minute: Haarsträubender Abwehrfehler von Genks Brabec, Joelinton lehnt das Geschenk ab und wird wenig später durch Schobesberger ersetzt. Der war drei Monate lang verletzt. Rapid versuchte die Krise abzuschütteln, in einigen Szenen gelang das, die Wiener erzeugten Druck. Aber die Wahrheit ist halt doch das Ergebnis.

Das 0:1 bedeutete den Abschied aus Europa, auch weil Athletic Bilbao Sassuolo 3:2 geschlagen hat. Die Spanier und Genk sind weiter. Das Heimspiel am 8. Dezember gegen Bilbao findet statt, wichtiger ist aber die Ligapartie am Sonntag gegen Sturm Graz. (red, 24.11.2016)

Europa League, Gruppe F, 5. Runde, Donnerstag

KRC Genk – SK Rapid Wien 1:0 (1:0)
Luminus-Arena, 10.000 Zuschauer, SR Ivan Kruzliak (SVK)

Tor: 1:0 (11.) Karelis

Genk: Bizot – Castagne, Brabec, Colley, Nastic – Susic (79. Heynen), Ndidi, Pozuelo – Bailey, Karelis (85. Samatta), Buffel (90. Trossard)

Rapid: Novota – Thurnwald (73. Kvilitaia), Sonnleitner, Schößwendter, Dibon, Schrammel – Grahovac, Wöber, Schaub (84. Jelic) – Traustason, Joelinton (63. Schobesberger)

Gelbe Karten: Pozuelo, Bizot bzw. Wöber, Kvilitaia, Dibon

Stimmen

Damir Canadi (Altach-Trainer): "Wir haben die ersten 25 Minuten gebraucht, um ins Spiel reinzukommen. Erst danach haben die Mechanismen angefangen zu greifen. In der zweiten Hälfte haben wir viele Dinge super gemacht, wir haben uns aber leider nicht belohnt. Es ist schade, dass wir unser Minimalziel, einen Punkt, nicht erreichen konnten, ich muss der Mannschaft aber zur Leistung gratulieren. Die Situation beim Tor war schwer zu entscheiden, dann geht der Ball auch noch an die Stange und rein, das passt zur Gesamtsituation. Da müssen wir uns jetzt herausarbeiten, Glück und Pech gibt es für mich nicht. Wichtig ist, dass wir dazulernen, uns wie heute präsentieren, und dann wird das Quäntchen Glück zurückkommen."

Mario Sonnleitner (Rapid-Ersatzkapitän): "Es schmerzt sehr. Bis auf die ersten 20 Minuten haben wir tolle Chancen gehabt, wir hätten Minimum Unentschieden spielen müssen. Gegenüber dem Salzburg-Spiel war eine Steigerung erkennbar. Wir sind nach der Anfangsphase gut reingekommen, leider fehlt das Quäntchen Glück beziehungsweise die Konsequenz im Abschluss. Mit der Leistung können wir zufrieden sein, mit dem Ergebnis leider nicht."

Christopher Dibon (Rapid-Abwehrspieler): "Wir haben das erste Mal ein anderes System gespielt, waren in den ersten 15 Minuten damit beschäftigt. Danach sind wir besser reingekommen, haben alles reingeworfen. Es hat eine gewisse Zeit ganz gut funktioniert. Darauf müssen wir aufbauen. Die Chancen nach vorne haben wir schlecht ausgespielt, dann verliert man da."

Louis Schaub (Rapid-Offensivspieler): "Nach einer Niederlage geht es einem nie gut. In den ersten 25 Minuten waren wir nicht so gut, die haben wir verschlafen. Dann sind wir besser ins Spiel gekommen, haben Chancen gehabt, die muss man einfach besser nutzen. Ein Erfolgserlebnis wäre sehr wichtig, am besten jetzt gleich am Sonntag."

  • Ambitionierter Auftritt der Hütteldorfer in Genk. Vor dem Tor fehlte es allerdings an Kaltschnäuzigkeit.
    foto: reuters/eric vidal

    Ambitionierter Auftritt der Hütteldorfer in Genk. Vor dem Tor fehlte es allerdings an Kaltschnäuzigkeit.

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