Brasilien: Gute Nerven

5. Jänner 2017, 12:35
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Die Wirtschaft scheint auf Erholungskurs, ein Freihandelsabkommen könnte helfen

Anleger, die heuer auf Brasilien gesetzt haben, waren damit nicht so falsch beraten – so sie ein gutes Nervenkostüm hatten. Zum Jahresbeginn gab der Leitindex Bovespa zwar nach und fiel unter die Marke von 40.000 Punkten. Aber im Jahresverlauf holte die brasilianische Börse stetig auf – die 60.000-Punkte-Marke wurde durchbrochen.

Und das, obwohl das Land heuer mit immer neuen Korruptionsskandalen überrascht hat, mit dem Zika-Virus für Verunsicherung gesorgt hat und auch die Präsidentin Dilma Rousseff Ende August abgesetzt wurde. In Summe lief im Jahr der Olympischen Spiele von Rio dennoch alles rund für die Anleger.

Investoren anlocken

Bleibt die Frage, wie es weitergehen wird. Wie hoch wird der Index noch klettern, woher wird das Wachstum kommen – vom Binnenmarkt, vom Export oder doch durch Investitionen? "Sowohl als auch", sagt Andreas Renschler, Vorsitzender des Lateinamerika-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft und Mitglied des VW-Vorstandes in einem Gespräch mit dem "Handelsblatt". Er geht davon aus, dass das Land die Talsohle der Krise erreicht hat.

Experten prognostizieren ein Wirtschaftswachstum von drei bis vier Prozent ab 2018. Hinzu komme, dass die Rolle Brasiliens auf dem internationalen Spielfeld deutlich stärker werden könnte, etwa durch das Zustandekommen des Freihandelsabkommens EU-Mercosur. Das wiederum würde sicher auch Investoren wieder verstärkt anlocken. Fantasie ist also da. (Bettina Pfluger, Portfolio, 2016)

  • Im Jahr der Spiele lief es an der Börse rund.
    foto: reuters / sergio moraes

    Im Jahr der Spiele lief es an der Börse rund.

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