Trump-Berater: Künftig kein Geld mehr für Nasa-Klimaforschung

24. November 2016, 17:14
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Statt "politisch korrekter Umweltbeobachtung" sollten mehr Weltraummissionen finanziert werden, so Bob Walker

Washington – Geht es nach Bob Walker, der im sogenannten Transition Team an den Vorbereitungen zur Amtsübernahme des designierten US-Präsidenten Donald Trump für die US-Weltraumbehörde Nasa zuständig ist, dürfte sich für die Behörde einiges ändern. Der künftige Präsident plane, die Nasa-Forschung zum Klimawandel nicht mehr zu unterstützen, sagte Walker zum britischen "Guardian". Man wolle andere Akzente setzen.

Das Budget des Erdbeobachtungsprogramms soll demnach zugunsten neuer Weltraummissionen gestrichen werden. Bisher lieferte das Programm mit eigenen Satelliten und etlichen Projekten umfangreiche Daten für die Wissenschaft. Betroffen wären von den Kürzungen unter anderem die Forschung zu Temperaturentwicklungen, Gletscherveränderungen und anderen Klimaphänomenen.

Es bestehe keine Notwendigkeit für "politisch korrekte Umweltbeobachtung" seitens der Nasa, sagte Walker. "Wir sehen die Aufgabe der Behörde in der Erforschung des Weltraums." Seiner Auffassung nach sei es zwar schwierig, alle laufenden NASA-Programme zum Klimawandelmonitoring zu stoppen. "Aber zukünftige Programme sollten von anderen Agenturen übernommen werden."

Experten kritisieren Ankündigung

Er halte Klimaforschung für notwendig, so Walker. Das Forschungsfeld sei aber in der Vergangenheit stark politisiert und untergraben worden. Trumps Entscheidungen würden auf eine "solide Wissenschaft" abzielen, nicht auf eine "politisierte Wissenschaft".

Sollte diese Ankündigung umgesetzt werden, wäre das ein massiver wissenschaftlicher Rückschlag, kritisierten Wissenschafter. "Das wäre extrem kurzsichtig und würde uns zurück ins dunkle Zeitalter versetzen, als es noch keine Satelliten gab", sagte etwa Kevin Trenberth vom National Center for Atmospheric Research (NCAR) in Boulder. "Aktuelle Informationen über unseren Planeten und die Erdatmosphäre sind unerlässlich."

Für Michael Mann von der Penn State University in State College wäre die Neuausrichtung ein Problem für das gesamte Forschungsfeld. Man brauche die Unterstützung der Nasa dringend, um Klimaphänomene und den vom Menschen verursachten Klimawandel verstehen zu können. (dare, 24.11.2016)

  • Das Eis in der Tschuktschensee schmilzt, das Budget zur Erdbeobachtung könnte hingegen bald einfrieren.
    foto: nasa/goddard/operation icebridge

    Das Eis in der Tschuktschensee schmilzt, das Budget zur Erdbeobachtung könnte hingegen bald einfrieren.

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