Grazer KPÖ präsentiert am Samstag Quereinsteiger

24. November 2016, 14:15
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Nach der ÖVP will auch die zweitstärkste Fraktion mit Politneulingen punkten. Am 5. Februar wird gewählt

Graz – Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) hat in den vergangenen Tagen eine ehemalige Snowboard-Weltmeisterin und einen bekannten Gastronomen als Quereinsteiger für seine Liste bei der Grazer Gemeinderatswahl am 5. Februar vorgestellt. Am Wochenende will nun die KPÖ "interessante Quereinsteiger" präsentieren, wie Vizebürgermeisterin und Wohnungsstadträtin Elke Kahr dem STANDARD sagt. Die derzeit zweitstärkste Fraktion im Gemeinderat stimmt dann über die ersten 24 Plätze ihrer Liste und die Spitzenkandidaten der 17 Stadtbezirke ab. "Wir freuen uns über das große Interesse von Menschen, die keine Parteimitglieder waren und von sich aus auf uns zugegangen sind. Viele sind aus dem Sozialbereich", sagt Kahr.

Ein "Armenarzt" als Politneuling

Auch ein bekannter Arzt, landläufig als "Armenarzt von Graz" bezeichnet, ist dabei. "Wir werden außerdem das Reißverschlussprinzip weiter durchziehen", sagt Kahr, die bei der letzten Wahl mit fast 20 Prozent hinter der ÖVP mit 33 Prozent lag. Nagl hatte sich zuvor mit der damaligen Grünen-Vizebürgermeisterin Lisa Rücker überworfen und die Koalition aufgekündigt. Beide verloren daraufhin, die ÖVP fast fünf, die Grünen zweieinhalb Prozentpunkte.

Rücker hat sich mittlerweile aus der Politik verabschiedet und vor einer Woche ihre Abschiedsrede im Gemeinderat gehalten. Ihr folgt als Spitzenkandidatin die 34-jährige Sozialpädagogin Tina Wirnsberger nach, die ab 2014 als grüne Bezirkssprecherin von Lend tätig, aber damals wenig bekannt war. 2015 gründete sie die Plattform "Flüchtlinge willkommen in der Steiermark", für die sie vor allem auf Facebook mobilisierte. Dafür wurde sie von den Lesern der "Kleinen Zeitung" zur Grazerin des Jahres in der Kategorie "soziales Gewissen" gekürt.

Roter Zahntechniker

Für die SPÖ geht der 41-jährige Zahntechniker, Gewerkschafter und ehemalige Nationalratsabgeordnete Michael Ehmann als Nachfolger von Martina Schröck ins Rennen. Schröck fuhr zuletzt mit 15 Prozent das bisher schlechteste Ergebnis der Grazer SPÖ ein. Ehmann ist in der Wählerschaft ein unbeschriebenes Blatt.

Für die FPÖ tritt wieder Parteichef und Stadtrat Mario Eustacchio an. Er errang zuletzt 13,7 Prozent. (Colette M. Schmidt, 24.11.2016)

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